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    Straßennamen und Ihre Geschicht(ch)en       Werner Lessenich


Zur Einführung . . .   eignet sich bestimmt dieser Ortsplan aus dem Jahre 1827.
.
Auch mit Ortskenntnissen aus der Gegenwart findet man sich, denke ich, schnell zurecht. Der Ortskern hat sich nicht wesentlich verändert.

Aber was die Namen der Straßen betrifft, finden wir nur
die Hochstraße, die heute noch so heißt wie vor fast 200 Jahren. Dafür finden wir etliche Straßen, die heute zwar noch gleich verlaufen, aber Namen haben, die wir so auf Anhieb eher nicht kennen und die selbst der beste Navi nicht finden würde.

Gut erkennbar ist der Verlauf der ehemaligen Befestigung mit Wall und Graben, der unserem Ort den typischen Rund-Dorf-Charakter gab.


Der Plan wurde gezeichnet von  Michael Buyx, Geometer aus Nieukerk (1795 - 1882).


Eine Reproduktion vom Original wurde uns ermöglicht mit freundlicher Genehmigung des Vereins für Heimatschutz Kevelaer / Niederrheinisches Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte Kevelaer



A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z

Es ist wie im "richtigen Leben": Da wo Straßen sind, da sind auch Baustellen!
So ist es auch hier. Der "erste Spatenstich" hat längst stattgefunden und irgendwann wird diese Seite vielleicht auch mal fertig.
(Bis auf das eine oder andere Schlagloch ...)!
 Es wird jedenfalls ständig aktualisiert und es lohnt sich, immer mal wieder vorbeizuschauen ...
                    ... denn anders als im "richtigen Leben" gibt es hier keine UMLEITUNG höchstens einmal einen LINK!
  
Über Anregungen und schlimmstenfalls auch über Reklamationen und Berichtigungen freut sich der Autor.

Heinrich Klein, Geschäftsführer der Brauerei Rixen, schrieb 1980 im Heimatbrief 101: "Im Jahre 1837 wurde die Dampfbierbrauerei am Kirchplatz (später
 Haus Alt-Rixen“) von Wilhelm Wirichs gegründet, wobei die Landwirtschaft aufrechterhalten blieb, eine Bäckerei und eine Gastwirtschaft mitbetrieben wurden, so wie es damals oft üblich war. Ein Jahr darauf zog ein Sohn des Hauses nach Krefeld und gründete dort am Königshof ebenfalls eine Brauerei, die auch heute noch besteht. Im Jahre 1870 wurde an der Hochstraße 21, wo sich schon seit 1856 eine Gastwirtschaft befand, die "Bayerische Bierbrauerei Wirichs" gegründet. An dem Platz, wo 1837 die Brauerei Rixen gegründet wurde, wurde bis vor dem Ersten Weltkrieg das obergärige Bier, was seinerzeit noch Lagerbier hieß, gebraut. Als Folge des Ersten Weltkrieges konnten sich nur noch zwei Brauereien in St.Tonis halten, und zwar die Brauerei Rixen und die Brauerei Gebrüder Ortmanns. Beide Familien verständigten sich auf eine Zusammenlegung der Betriebe zu der Brauerei an der damaligen Schelthofer Straße, jetzt Brauereistraße; und die alten Brauereigebäude am Kirchplatz / Antoniusstraße dienten nur noch als Lagerräume. Im Zuge der Ortskernsanierung hat der Rat der Stadt Tönisvorst, einem Vorschlag folgend, nach Abbruch der alten Brauereibauten und Neugestaltung des dort entstandenen Hofes, den Beschluss gefasst, diesem Hof die Bezeichnung "ALTER BRAUHOF" zu geben. Um nach außen hin zu dokumentieren, dass hier einmal der Stammsitz der Brauerei gewesen ist, hat die Brauerei Rixen aus Anlass der Namensgebung "Alter Brauhof" im Zuge der 600-Jahr-Feier des Ortsteils St.Tönis 1980 eine Gedenktafel anbringen lassen (siehe Foto).

wo?
zwischen Antoniusstraße, Marktstraße und Alter Markt; erreichbar durch Rixen-Poort, Marktstall-Poort oder Kamps-Mimm-Poort
wann?
ca. 1979/80
Quellen:
Heimatbrief Nr. 100, Walter Schöler / Nr. 101, Heinrich Klein                     

Im Juni 1979 wurden Anlieger eines Teils der Ringstraße mit einem Schreiben der Stadt Tönisvorst.informiert, dass "durch Beschluss des Hauptausschusses der Stadt Tönisvorst vom 16.11.1978 das bisherige Teilstück der Ringstraße zwischen Schulstraße und Friedensstraße in "Alter Graben" umbenannt" worden sei. Der Verlauf der historischen Ringstraße war geändert worden, damit die parallel verlaufende Hochstraße Fußgängerzone werden konnte. Weiteres ist bei der Ringstraße beschrieben.     

wo?
zwischen der Ringstraße (ab Kreuzung Friedensstraße) und der Schulstraße (ist ein Teilstück der historischen Ringstraße)
wann?
1978
Länge: 487 m  *1
Quellen:
Schreiben des Stadtdirektors (im Auftrag: Ordnungsamt) vom 18.6.1979                      

Ziemlich mitten im Ort liegt ein Platz, dessen Name sich über die Jahrzehnte ebenso oft änderte (siehe unten) wie sein Gesicht. Eines ist er aber schon lange nicht mehr: ein Marktplatz, denn das bunte Treiben der Händler findet am Rathausplatz statt. In früheren Jahren bauten die Kirmesleute auf dem Marktplatz ihre Karussells und Buden auf. Noch nicht so lange her ist es, dass hier ein großflächiger Parkplatz nicht eben schön, so doch nützlich war. 1994 erfuhr der Platz schließlich die letzte große Veränderung. Parken können hier seitdem nur noch vergleichsweise wenige Autos. Der gesamte Platz wurde mit roten Pflastersteinen bedeckt und schon bald hatte er auf diese Weise wieder - wenn auch nicht amtlich - einen neuen Namen weg: "Roter Platz".
Eine Eigenheit, die für einen Platz eigentlich unüblich ist, sollte noch erwähnt werden. Der dreieckige Platz trägt nicht an allen seinen drei Seiten den Namen "Alter Markt"; die Häuser an der nördlichen Seite gehören vielmehr noch zur Kaiserstraße.              


wo?
 im Mittelpunkt des Ortes, vom Kirchplatz, von der Marktstraße, von der Kaiserstraße und vom Alten Brauhof erreichbar
wann?
 erste bekannte Erwähnung (Ortsplan von 1827): "Markt", später "Großer Markt", "Marktplatz", unterbrochen 1939-1945 "Platz der SA",
 ab 1970 "Alter Markt"
Länge:
106 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 96, Otto Merkelbach / Nr. 149 Ansichtssache, Werner Lessenich / Ortsplan von 1827 / diverse Adressbücher 


Durch die Zusammenlegung von St.Tönis mit Vorst im Rahmen der Kommunalen Neugliederung ergaben sich im neu gebildeten Tönisvorst
doppelte Straßennamen.
Im Interesse eindeutiger Adressen wurden deshalb sowohl in Vorst als auch - wie hier - in St.Tönis Straßen umbenannt.

wo?
heutige Viersener Straße
wann?
bis 1970
Quellen:
Heimatbrief Nr. 68/69, Walter Schöler                     

   
"Die Stadt Tönisvorst verleiht Herrn Anton Beusch in Würdigung seiner mehr als 25jährigen Tätigkeit für die Heimatgemeinde als Mitglied des Rates, als Fraktionsvorsitzender und als langjähriger stellvertretender Bürgermeister von St.Tönis die Ehrenbezeichnung "Stadtältester" und überreicht ihm den Ehrenring der Stadt. - Tönisvorst, am 10. September 1980, dem 600. Jahrestag der erstmaligen Erwähnung von St.Tönis"

Dies ist der Text der Urkunde, die Anton Beusch in einer feierlichen Ratssitzung aus den Händen des damaligen Bürgermeisters Richard Beckers erhielt.
1994 wurde dem verdienstvollen Kommunalpolitiker mit der Widmung des Straßennamens eine weitere Ehrung zuteil.
Anton Beusch (* 1909, + 1982) gehörte von 1948 bis 1969 dem Rat der Gemeinde St.Tönis und danach bis 1975 dem Rat der Stadt Tönisvorst an. Von 1952 bis 1964 war er stellvertretender Bürgermeister und von 1952 bis 1969 war wer Fraktionsvorsitzender der
SPD in St.Tönis.

wo?
von der Gelderner Straße U-förmig abgehend und wieder einmündend
wann?
1994
Länge:
234 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 101, Hans Hochbruck / Westdeutsche Zeitung vom 25.4.1994 / Rheinische Post vom 21.5.1994                      


  
Seit der Geburtsstunde von St.Tönis im Jahre 1380 ist der Name des Hl. Antonius ("der Große" oder "der Einsiedler") mit dem des Ortes unauslöschlich verbunden, sogar im späteren "Tönisvorst" ist er verewigt. Schließlich ist er ja auch der Ortspatron von St.Tönis. Eine Straße ("dat Ströttche" wie man sie im Volksmund nannte) wurde erstaunlicherweise erst 1902 nach ihm benannt. Die Maximinenstraße wurde umgetauft. Der Hl. Maximin, dessen Bezug zu St.Tönis uns im Großen und Ganzen heute verborgen bleibt, musste verzichten. Zum Trost wurde ihm viele Jahre später die Abzweigung zum Seulenhof (gegenüber der Abzweigung zum Brauereihof) als Maximinen-Gasse gewidmet.
Markante Blickpunkte in der Antoniusstraße sind die Antoniusstatue, die 1980 an der Ecke zur Hochstraße errichtet wurde und am Ende als krönender Abschluß seit 1966 der Torbogen mit dem Antoniter-T. Beides geht auf Initiativen des Heimatbundes zurück. Mitten in der Straße lädt das vom Heimatbund geführte "Heimathaus Antonius" im Haus Nr. 6 zum Besuch ein.
Das nebenstehende Foto zeigt alle drei markanten Punkte.  

wo?
von der Hochstraße zum Kirchplatz; Fußgängerzonen-Bereich
wann?
1902 - vorher hieß die Straße Maximinenstraße
Länge:
87 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 40, Dr. Rotthoff / Nr.103, Otto Merkelbach




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wo?
Verbindung zwischen Hülser Straße und Feldstraße
wann?

Länge:
763 m *1
Quellen:




Ihren Namen wird die Bahnstraße - zuerst allerdings Bahnhofstraße - naheliegenderweise bekommen haben, als die "Crefeld - Kreis - Kempener - Industrie - Eisenbahn - Gesellschaft" einen Bahnhof an der Strecke Süchteln-Vorst-Sankt Tönis-Crefeld-Hüls errichtete. Einweihung war am 1. November 1870.
Die Straße selbst ist aber mit Sicherheit älter. In seinem Artikel "Erinnerungen an alte St.Töniser Häuser" in der "Niederrh.Heimat" erklärt Josef Ramisch, dass über die Bahnstraße, Wilhelmplatz und Mühlenstraße früher der Weg nach Krefeld ging. Theo Mülders schilderte die Athmosphäre der Straße im Heimatbrief vom September 1957 einmal auf eine ganz andere, nämlich akustische Art, wobei wir so ganz am Rande erfahren - oder daran erinnert werden - dass hier früher der Weg zur Kirmes (Wilhelmplatz) war, der Martinszug und die Fronleichnamsprozession hier vorbei zogen und dass die Post, eine Metzgerei, Handwebereien und andere Handwerksbetriebe hier beheimatet waren:
"Hätte es doch früher schon ein Tonband ge­geben, welche Sinfonie der Geräusche und Töne hättte es auf der Bahnstraße einer Nachwelt festhalten, bzw. aus früheren Tagen uns Heutigen überliefern können. Die kreischenden Orgeln der Schiffschaukeln und Karussells, der Singsong der "Mordge­schichtensänger" und das Quietschen der Schreiblasen vom Luftballonverkäufer, das Holpern der Postkärrchen und das Gequiet­sche der Schweine, denen der Schlachter zu­leibe rückte. Das einförmige "Schipp-scSchopp" der alten Webstühle und als neue Terz die Jazz-Rhythmen von dem im Hause „Zur Lin­de“ stationierten Fernsehempfängers, die Kin­derlieder auf der "Play" und das Hämmern und Klopfen der beiden Schreiner hüben und drüben. Dazwischen wäre noch die "Klemp" des "Schluffs" zu hören und das Fauchen der altehrwürdigen Lokomotiven, dem als Unter­ton das Rangieren der Güterwagen sich zu­gesellte. (...) es würde die schneidige Marschmusik der Schützenkapel­len nicht fehlen und die alten, sinnvollen Martinsweisen, und das Raketengezisch und die Donnerschläge des Feuerwerks würden das Bild der Töne und Geräusche runden. Die Signale und Hupen des motorisierten Ver­kehrs liefern die Dissonanzen in diesem Kon­zert, und des Kreischen der Bremsen mischte sich mit dem Gebimmel der neuerlich ein­biegenden Straßenbahn. Aus den Gärten käme abends noch das Gezirp der einzelnen Vögel und von der Prozession der letzten Jahre das Schreiten der Beter, die Hymnen der Kirchensänger. Manches scheint noch nicht genannt, - der Klang der alten, guten Mundart der anwoh­nenden Weberfamilien und über allem das Rauschen der Blätter der alten Linde, die am Eingang der Bahnstraße die Wache hält, seit vielen, vielen Jahrzehnten."

wo?
Von der Willicher Straße bis zum Wilhelmplatz
Str. Gem.:
Straßengemeinschaft "Drei Mühlen", gegründet 1932
wann?
von ca. 1870 (erste Eisenbahnverbindung mit Bahnhof in St.Tönis) bis 1900: "Bahnhofstraße", ab ca. 1910:  "Bahnstraße"
Länge: 125 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 16, Theo Mülders / Nr. 52, Fedor Eberlein / Nr. 157 (Ansichtssache) W.Lessenich / Niederrh. Heimat 5.1.1929, Jos. Ramisch


Anlässlich eines Firmenjubiläums wurde 1962 das erste Stück der Schelthofer Straße (von der Vorster Straße bis zur Friedhofstraße - heute Westring) in Brauereistraße umbenannt. Seit 1878 war hier das Betriebsgelände der Brauerei "Gebrüder Ortmanns" (siehe Abbildung). 1920, nach der Fusion mit der 1837 am Kirchplatz gegründeten Rixen-Brauerei, braute man hier gemeinsam unter dem Firmennamen Ortmanns & Rixen bzw. kurz "Ort-Rix" das St.Töniser Heimatbier. Ab 1958 nannte sich die Firma "Brauerei Rixen".
Hier der Wortlaut der Widmungsurkunde: Aus Anlass des 125jährigen Bestehens der Brauerei Rixen in St.Tönis hat die Gemeindevertretung in der gestrigen Sitzung beschlossen, dem Straßenzug zwischen Vorster Straße und Friedhofstraße, entlang der Brauerei Rixen, die Bezeichnung BRAUEREISTRASSE zu geben. Die Gemeinde will damit die enge Verbundenheit der Brauerei mit der Gemeinde St.Tönis in Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. St.Tönis, den 20. Oktober 1962 - Im Auftrag des Rates der Gemeinde: Stellv. Bürgermeister Anton Beusch - Gemeindedirektor Martin Reuters.

wo?
Verbindung zwischen Vorster Straße und Westring
wann?
1962 - vorher:  zur Schelthofer Straße gehörend
Länge:
161 m   *1
Quellen:
Widmungsurkunde

    
In einem Artikel über das Schicksal der Vertriebenen schildert Hans Riechers, wie mit vereinten Kräften und mit Hilfe der Gemeinde alles unternommen wurde, damit die Betroffenen bei uns die Grundlagen für eine neue Heimat finden konnten. Das Schlagwort der Zeit war "Nebenerwerbssiedlung" und eine dieser Siedlungen in St.Tönis lag am Bremmental. Die Idee war, dass die Menschen neben ihrer eigentlichen Erwerbstätigkeit auf ihren etwa ein Morgen großen Grundstücken durch Freizeitarbeit zum Unterhalt der Familie beitragen konnten. Die Grundstücke wurden deshalb zum größten Teil als Nutzgarten für Kartoffel-, Gemüse- und Obstanbau genutzt. Kleintierzucht vom Huhn bis zum Schwein war üblich. Die Häuser wurden zum größten Teil in Eigenleistung errichtet.  
Der Name stammt von dem heute wohl nicht mehr gebräuchlichen plattdeutschen Ausdruck "Bremm" bzw. "Bremme" für Ginster, meint also "Ginstertal".     

wo?
Im Siedlungsgebiet zwischen Nüss Drenk und Benrader Straße, parallel zur Nüss Drenk
Str.Gem.:
Siedlergemeinschaft "Bremmental", gegründet 1961
wann?
1959
Länge: 478 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 39, Otto Merkelbach / Nr. 91, Hans Riechers / Westdeutsche Zeitung vom 23.07.2001



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wo?
heute: Verbindung zwischen Gelderner Straße und Wendehammer an der Hülser Straße / Nordring
Str. Gem.:
am 11. September 1950 gründete sich eine Straßengemeinschaft. 
wann?

Länge: 302 m   *1   (Stand heute)
Quellen:
Heimatbrief Nr. 59, Hans Beusch


Der Corneliusplatz ist einer von drei dem Pfarrpatron St.Cornelius gewidmeten Straßen. Näheres dazu siehe unter Corneliusstraße.
Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Entstehen des Corneliusplatzes hatte die "Allgemeine Wohnungsgenossenschaft St.Tönis" (AWG). In den 1960er Jahren  "wurde die Nachfrage nach größeren Wohnflächen und mehr Wohnkomfort deutlich spürbar" - lesen wir in der Festschrift der AWG zum 100-jährigen Bestehen 2008 und -  "Diesem Bedürfnis entsprechend begann die AWG im Jahr 1969 mit dem Bau einer siebengeschossigen Wohnanlage mit 56 WE im neuen Baugebiet am Corneliusplatz. ... Weitere Mietwohnungensbauten im Hochgeschossbau am Corneliusplatz folgten bis 1975. Insgesamt wurden hier 167 Miet- und Eigentumswohnungen errichtet. 

wo?
Verbindung zwischen Corneliusstraße und Viersener Straße
wann?
ca. 1968/69
Länge: 720 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 59, Walter Schöler / Festschrift der AWG zum 100-jährigen Bestehen (2008)

    
Der Hl. Cornelius ist der Pfarrpatron der Kath. Pfarrgemeinde in St.Tönis. Ihm sind gleich drei Straßen in unserem Stadtteil gewidmet: Corneliusplatz, -weg und -straße. Letztere ist die älteste in diesem Trio. Schon im Adressbuch des Jahres 1898 - dem ältesten uns bekannten - taucht diese Straße auf, wenn auch damals noch als Corneliusweg, den man aber nicht verwechseln darf mit dem heutigen Corneliusweg. Ab 1912 heißt sie dann in allen folgenden Adressbüchern so, wie wir sie heute kennen. Die Straße ist aber sicher wesentlich älter. Wann sie offiziell ihren Namen erhielt ist nicht bekannt.
Besondere Kennzeichen dieser West-Süd-Verbindung: der Straßenverlauf kennt so gut wie keine Kurven und ... eigentlich müsste die Straße aus heutiger Sicht "Schulstraße" heissen, denn zu ihren Anliegern gehören vier der sechs St.Töniser Schulen: das Michael-Ende-Gymnasium, die Realschule, die Gemeinschafts-Hauptschule Kirchenfeld und die Gemeinschafts-Grundschule kurz vor dem Ortsausgang am Südring.   

wo?
Verbindung zwischen Westring und Südring
Str. Gem.:
Straßengemeinschaft "Viersener-/Corneliusstraße", gegründet 1950 als "Anrather-/Corneliusstraße"
wann?
genaues Datum unbekannt; erste uns zur Zeit bekannte Erwähnung im Adressbuch von 1898
Länge: 1.356 m    *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 149, Heinz Meier / Adressbücher 1898, 1900, 1912

    
Der Corneliusweg ist einer von drei dem Pfarrpatron St.Cornelius gewidmeten Straßen. Näheres dazu siehe unter Corneliusstraße.
Im Tönisvorster Amtsblatt Nr. 23 vom Dezember 2002 ist die Widmung einer Anliegerstraße in der Gemarkung St.Tönis, Flur 22, Parz. 201, 202, 158, 159,
130 auf den Namen "Corneliusweg" gemäß § 6 des Straßen- und Wegegesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen amtlich notiert. In den Monaten zuvor war hier im Gebiet zwischen Willicher Straße, Südring und Corneliusstraße ein Baugebiet mit rund 60 Wohnhäusern entstanden.
Der parallel dazu verlaufende Fußweg wurde schon vor unbestimmter Zeit "Corneliusweg" genannt, z.B. auf einem Ortsplan aus dem Jahre 1963. Er ist unbebaut und im Verlaufe des Weges findet der Spaziergänger drei der "Sieben Fußfälle", nämlich die Stationen zwei, drei und vier.

wo?
Zwischen Willicher Straße und Corneliusstraße; mit dem Auto nur von der Corneliusstraße erreichbar
wann?
offiziell 2002 als Anliegerstraße im Neubaugebiet; allerdings wurde ein parallel verlaufender Fußweg schon lange vorher so bezeichnet
Länge: 1.258 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 147, Werner Lessenich / Amtsblatt 23/2002, Stadt Tönisvorst  / Ortsplan von 1963



Dechant Wilhelm Giesenfeld hat die schwere Zeit des Krieges und dessen Nachwirkungen in St. Tönis erlebt. Die Pfarrkirche war durch eine Luftmine im Juni 1942 stark beschädigt worden. Bei einem Brandbombenangriff erlitt er im provisorischen Pfarrhaus (eine der alten Kaplaneien in der Kirchstraße) schwere Phosphor- verbrennungen. Bald wurde auch das Marienheim mit der Notkirche durch einen Volltreffer zerstört. Als Pfarrer musste er immer neue Wege suchen zur Erfüllung seiner seelsorglichen Aufgabe. Trotz der wachsenden Armut brachte er es fertig, daß bereits am 16. November 1947 die Pfarrkirche vom Aachener Bischof Johannes Josef erneut geweiht werden konnte. Er sorgte für neue Glocken, neue Orgel, neue Chorfenster. Dechant Giesenfeld blieb nicht im kirchlichen Raum stehen.
Ohne seine tätige Mitarbeit im Wohnungsbau, vor allem durch die Bereitstellung von Kirchenland - wo dies nur immer möglich war - wäre die Neubautätigkeit in St.Tönis nicht weiter gekommen. Am 31. Januar 1967 verstarb der am 23.09.1904 in Krefeld geborene Wilhelm Giesenfeld, dem wir als St.Töniser Pfarrer so viel zu verdanken haben. Der Heimatbund St. Tönis denkt in Dankbarkeit an sein früheres Vorstandsmitglied zurück.


wo?
Gasse von der Pfarrkirche St.Cornelius zum Kirchenfeld - das Teilstück vom Kirchplatz zum Pastorswall
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von der Kath. Pfarrgemeinde St.Cornelius
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher

   

In den uns vorliegenden ältesten St.Töniser Adressbüchern (von 1898 und 1900) ist der Name "Dünbierweg" noch zu finden - im Jahre 1900 mit siebzig Haushaltungen. Fehlanzeige meldet dagegen das Adressbuch von 1910, in dem nicht nur die totale Neunumerierung der Hausnummern (von den quer durch den Ort adressierten Häusern zur straßenweise Numerierung) dokumentiert ist, sondern auch die Umbenennung einiger Straßen.
Aber welchen hat man dem Dünbierweg gegeben? Ein Blick auf eine sehr detailierte Vermessungskarte von 1897 zeigt uns, dass der Dünbierweg fast parallel und nur in der Richtung etwas westlicher als die Kempener Straße (heute Gelderner Straße) verlief, also genauso, wie wir es von der heutigen Friedrichstraße kennen!
"Dünbier" war übrigens auch der Name eines uralten Bauernhofes (Dönbier-Erf), der am heutigen Rathausplatz neben dem Rathaus stand.

wo?
entsprach dem Verlauf der heutigen Friedrichstraße von der Kempener Straße
(heute Gelderner Straße) Richting Nord-West 
wann?
bis 1910, dann Friedrichstraße
Quellen:  
Vermessungskarte von 1897 (Katasteramt Viersen), Adressbücher 1898, 1900 und 1910



In älteren Adressbüchern von 1898 und 1900 heißt die Straße noch Dünbierweg. Wer der Namensgeber für die Umbenennung von 1910 war, ist nicht sicher. War es Friedrich III, dessen Regierungszeit im Jahre 1888 nur 99 Tage dauerte? Oder doch wohl eher Friedrich II., König von Preußen (der Alte Fritz) - auch wenn er 1910 schon 124 Jahre tot war?
Eine weitere Erkenntnis verdanken wir ebenfalls den Adressbucheinträgen: Bis einschließlich 1931 sind die Hausnummern der Friedrichstraße maximal zweistellig; erst danach gibt es Hausnummern über hundert, 1937 bis 130. Der Grund dafür ist, dass der hintere Teil der Straße Richtung Ortsgrenze erst im Rahmen eines Wohnungsbauprogramms von 1932 erschlossen wurde. Mit einem hohen Anteil an Eigenleistung enstanden hier nach einem Entwurf von Gemeindebaumeister Adams zusammen mit Häusern an der Schelthofer Straße zunächst 13 Doppelhäuser. Obst- und Gemüseanbau und Kleintierhaltung war eingeplant, damit die Bewohner sich weitgehend selbst versorgen konnten. 

wo?
führt vom Westring zur Schelthofer Straße
Str.Gem.: Friedrichstraße/Schäferstraße/Bückersdyk, gegründet April 1980
wann?
ab 1910;  vorher Dünbierweg
Länge: 187 m *1
Quellen:  
Adressbücher 1900 und 1910 uff., / Heimatbrief Nr. 101, S. 21, Wilfried Schmitz
    
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Straßen den Namen von Nachbarorten führen. Zumal dann, wenn sie die direkte Verbindung dorthin darstellen. Bei der Gelderner Straße ist das etwas anderes, denn sie führt schnurstracks nach Kempen. Kein Wunder also, wenn sie bis in die jüngere Vergangenheit hinein den Namen "Kempener Straße" trug. Auf die gleiche Idee waren aber seinerzeit unsere Freunde in Vorst gekommen, sodass es 1970 nach der Zusammenlegung von St.Tönis mit Vorst im Rahmen der kommunalen Neuordnung zwei Straßen gleichen Namens in der neuen Großgemeinde Tönisvorst gab. In diesem Fall gab St.Tönis nach und man wählte die nur mittelbare Nachbarstadt Geldern als Namensgeber.
Unter welchem Namen und mit welchem genauen Verlauf auch immer - die Straße nach Kempen gehört wohl zu den ältesten Straßen von St.Tönis. Auf alten Karten, z.B. auf der rechts abgebildeten Karte des kurfürstlichen Amtes Kempen aus dem Jahre 1686, sieht man eine Wegverbindung vom Ortsausgang an bis nach Kempen. Eine Bebauung, wie wir sie uns heute vorstellen, war freilich nicht annähernd vorhanden. (Bitte beachten: die Karte ist nicht genordet!).

wo?
Verlängerung der Hochstraße ab Kreuzung Schul-/Niedertorstraße ortsauswärts in Richtung Kempen
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft Gelderner Straße, gegründet 1926 unter dem Namen "Str.Gem. Nordbezirk", später "Str.Gem. Kempener Straße")
wann?
ab 1970, vorher Kempener Straße
Länge: 1.108 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 12, Hermann Schönen  / Heimatbrief Nr. 155, Ansichtssache, Werner Lessenich


   
Als St.Tönis noch von Wall und Graben umgeben war (1607 bis ca. 1830) waren Anfang und Ende der Hochstraße von zwei Toren begrenzt. Das nördliche stand ungefähr dort, wo heute die Hochstraße in die Kreuzung Schulstraße / Niedertorstraße mündet und wurde Niedertor genannt. Das südliche Tor nannte man das Obertor. Es befand sich dort, wo die Hochstraße in die Willicher Straße übergeht. Nach dem ersten Grundbuch von St.Tönis aus dem Jahre 1660 zu urteilen, hatte die Hochstraße damals noch keinen eigenen Namen. Ihr Verlauf wird vielmehr umschrieben mit "von der Niederpforten bis an die Oberpforten". Knapp 50 Jahre später wird dieser Straßenzug im Katalog der Einwohner der Pfarre St.Tönis "Neerstraß" (= Niederstraße) genannt. Erst im Ortsplan von 1827 taucht dann der uns heute gewohnte Name "Hochstraße" auf.
Die Hochstraße war lange eine der wichtigsten Durchgangsstraßen des Ortes. Erst der Bau von Umgehungsstraßen und zeitweise auch eine Einbahnstraßenregelung milderte den Verkehr ab bis die gesamte Straße schließlich 1980/81 ihrer Rolle als Geschäfts- und Einkaufsstraße gerecht wurde und in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde. Das Foto links aus den 1970er Jahren ermöglicht uns einen Blick von der Ecke Schulstraße in die Hochstraße, die damals noch für den Autoverkehr freigegeben war.     

wo?
In der Ortsmitte ist sie die Fortsetzung der Willicher Straße zur Gelderner Straße bzw. umgekehrt;
Abzweigungen: Friedensstraße, Kirchstraße,
Rathausplatz, Antoniusstraße, Marktstraße,  
wann?
mindestens seit 1827
Länge: 337 m   *1
Quellen:
Grundbuch von St.Tönis 1660 / Katalog der Einwohner von St.Tönis 1707 / Ortsplan von 1827 / Heimatbrief Nr. 93, Otto Merkelbach
Nr. 132 / Nr. 133 / Nr. 153, Werner Lessenich ("Ansichtssache")




In seiner 1889 erschienenen "Geschichte der Pfarrgemeinde St.Tönis" geht Johann Peter Lentzen davon aus, dass ein Bewohner des Hautes- oder Hotes-Hofes 1619 durch die Stiftung eines silbernen Königsvogels mit Medaillon und entsprechender Jahresgravur die Gründung (und Namensgebung) der "Hoteser Junggesellen-Schützengesellschaft" veranlasst hat. Der Hotes-Hof lag in der zur Pfarre St.Tönis gehörenden Honschaft Benrad. Andere Quellen im Gemeindearchiv nennen schon 1395 als Gründungsjahr. Auf Initiative von Nicht-Junggesellen entstand 1883 als weitere Schützengesellschaft die "Hoteser St. Sebastianus-Bruderschaft." 1922 vereinigten sich beide Vereine zur "Hoteser St.Sebastianus Schützenbruderschaft, die bis heute aktiv ist. Der silberne Könisvogel von 1619 wird bis heute von der Bruderschaft in Ehren gehalten.
Auch wenn die Straße nicht an der Stelle liegt, wo sich der Hotes-Hof befand (auch wenn die grobe Richtung "Benrad" ungefähr stimmt), soll ihr Name aber unbeschadet dessen an die Geschichte der Schützenbruderschaft erinnern.

wo?
Abzweigung von der Seidenstraße Richtung Feldstraße
wann?
1982
Länge: 640 m   *1
Quellen:
"Geschichte der Pfarrgemeinde St.Tönis" von Johann Peter Lentzen, 1889 / Heimatbrief Nr. 108, Theo Neetix
Chronik "Die Honschaft Benrad im Amte Kempen und die Hoteser St. Sebastianus Schützenbruderschaft im Wandel der Zeiten", Heinz Mertens, 1995



Ursprünglich begann die Hülser Straße - oder auch Hülserweg bzw. einfach wie auf dem abgebildeten Bauplan von 1842 "Weg nach Hüls" genannt - an der Ecke, wo die Hochstraße in die Gelderner Straße (früher Kempener Straße) übergeht.
Mit dem Bau der Kath.Knabenvolksschule (Einweihung 1903) ergab sich der Wunsch, das erste Stück der Hülser Straße in Schulstraße umzubenennen. Seitdem beginnt die Hülser Straße erst an der Einmündung zur Schulstraße (heute Kreisverkehr).

wo?
heute eine der drei Abzweigungen aus dem Kreisverkehr 
Schulstraße / Ringstraße / Hülser Straße ortsauswärts in Richtung Hüls
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft Hülser Straße, gegründet ????
wann?
Wird 1898 und 1900 im Adressbuch als Hülserweg aber auch als Hülser Straße genannt
Länge: 2.222 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 40, Dr. Rotthoff / diverse Adressbücher



"Dem Stifter des hiesigen Armen- und Krankenhauses"
, so lautet die Widmung auf dem Grabstein des 1852 "zu Benrad - Pfarre St. Tönis" verstorbenen Ackerers Peter Mathias Inger. Seiner großzügigen Stiftung von 600 Talern, einem Stück Ackerland von zwei Morgen, 115 Ruten und 20 Fuß, sowie größeren Mengen an Eichen- und Kirschbaumholz ist es neben Spenden weiterer Bürger zu verdanken, dass die Gemeinde 1845 den Grundstein für das Armenkrankenhaus an der Kempener Straße (heute Gelderner Straße, dort wo heute das Seniorenheim steht) legen konnte.
Der Name einer Familie "Inger" aus "Benrath" findet sich übrigens schon im "Katalog der Einwohner der Pfarre St.Tönis" aus dem Jahre 1707.

wo?
Zwischen Westring und Hospitalstraße; mit dem Auto nur vom Westring, fußläufig auch von der Hospitalstraße erreichbar
wann?
1978
Länge: 490 m   *1
Quellen:
"Katalog der Einwohner der Pfarre St.Tönis" von 1707 / Niederrh. Volkszeitung 25.11.1937 / Heimatbrief Nr. 95, Walter Schöler



Josef Schultes (1902 - 1985), war von Anfang an (ab 1945) bis 1966 für die CDU Mitglied des nach dem Zweiten Weltkrieg von der Militärregierung eingeführten Gemeinderates. Von 1948 bis 1964 war er Bürgermeister in St. Tönis. Dem Tönisvorster Rat gehörte er von 1970 bis 1979 an. Schon 1967 war er durch den Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.
In seinem von der Stadt Tönisvorst verfassten Nachruf heißt es: Als "Mann der ersten Stunde" hat sich Herr Schultes mit seiner ganzen Kraft für die Belange seiner Heimatgemeinde eingesetzt und deren Entwicklung entscheidend geprägt. Die ihm übertragenen Ämter verwaltete er mit großer Tatkraft, Umsicht und Fairneß. Für seine Verdienste verlieh ihm der Rat der Stadt Tönisvorst im Jahre 1980 den Ehrentitel Stadtältester".

wo ? zwischen Theo-Mülders-  und Benrader Straße
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft "Theo-Mülders-Straße / Josef-Schultes-Straße"
wann ?
1997 auf Vorschlag des Heimatbundes
Länge:
321 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 74, Walter Schöler / Nr. 101: H. Hochbruck  / Nr. 136: R. Schumacher / WZ vom 2.4.1985 / Rh.Post vom 6.12.1996



Sie gehört zweifellos zu den ältesten Straßen des Ortes. Ihr Verlauf beginnt am Kirchplatz, flankiert die südliche Seite des Marktplatzes und endete seinerzeit an der Ortsbefestigung, genauer gesagt dort, wo das Mühlentor den Weg nach Vorst kontrollierte. Der Name "Mühlentor" war naheliegend, hieß doch auch die Straße damals noch "Mühlenstraße". Warum, das erklärt uns Otto Merkelbach in seinem Artikel "Die Kaiserstraße in St.Tönis - alt und klein, aber oho!":  "Der große dreieckige Häuserblock von der Ecke Marktstraße/Kaiserstraße bis zum Alten Markt hieß früher im Volksmund "Stickers Kastell", nach dem Besitzer des großen Anwesens Stickers. Neben dem Wohnhaus, den Wirtschaftsgebäuden und Stallungen stand im Innenhof eine Rossmühle, die damals der heutigen Kaiserstraße den Namen Mühlenstraße gab." Und diesen Namen hatte sie mindestens bis zum Druck des Adressbuches vom Jahrhundertwechsel im Jahre 1900.
Der Lageplan eines Baugesuchs vom 3. April 1905 (siehe Abbildung) wird zum wichtigen historischen Dokument. Immerhin verrät er uns, dass die Straße spätestens seit diesem Jahr "Kaiserstraße" hieß. Erwähnt sei noch, dass im Haus Nr. 8 (es wurde 1959 für das Schulgebäude abgerissen) von 1864 bis 1877 Bürgermeister Jacob Seulen hier im "Königlichen Bürgermeisteramt St.Tönis" seinen Amtssitz hatte, bis er in das heutige Rathaus umzog. Nicht weniger interessant ist das Haus mit der Nummer 22. Laut der verankerten Jahreszahl "1744" dürfte es das älteste Wohnhaus in St.Tönis sein.

wo?
zwischen Kirchplatz und Vorster Straße
wann?
zwischen 1900 und 1905; vorher "Mühlenstraße"; Unterbrechung von 1939 bis 1945 "Horst-Wessel-Straße"
Länge: 131 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 98, Otto Merkelbach / Nr. 136 (Ansichtssache), Werner Lessenich / Adressbuch 1900  / Baugesuch von 1905

  
Atta - Immi - Vimmi, gibt es bei Kamps-Mimmi!" Diesen Ausspruch kennen alte St.Töniser noch genauso wie das schöne Fachwerkhäuschen von Willibald und Anna Kamps auf der Marktstraße. Viele können sich noch an das kleine Lädchen erinnern, wo sie Dinge für den täglichen Gebrauch einkauften. Tabak- und Gemischtwarenhandel war die Gewerbebezeichnung. Im Volksmund sprach man auch von "Klein-Tietz" (in Krefeld gab es früher das große Kaufhaus Tietz). Vom Tabak zum Pfeifenreiniger, vom Negerpfennig zur Tafel Schokolade, vom Hemdenknopf zur Fahrradklammer, von der sauren Gurke zum eingelegten Hering, von Seifenartikeln zum Haarwasser, von der Flasche Bier bis zur Fla­sche Limonade, vom Brausepulver bis zum Päckchen Kekse, Kamps Willibald hatte alles da.
Sein Vater, der in Vorst geborene Seidenweber Hubert Kamps, hatte mit seiner Frau Henriette, geborene Stevens, 1898 das schöne Fachwerkhäuschen in St. Tönis auf der Marktstraße 22 vom Ökonom Johann Jakob Bellen vom Bellenhof zu Vorst, gekauft. Im Jahre 1923 eröffnete er das Ladengeschäft.
Willibald Kamps wurde am 9. September 1881 in St.Tönis geboren. Mit 19 Jahren packte ihn die Wanderlust. Da damals in den Stollen der Pütts viel Geld zu verdienen war, vertauschte der junge Fuhrknecht den blauen Kittel mit dem Knappenwams und die Peitsche mit der Grubenlampe. Er wurde Bergmann und fuhr über 20 Jahre lang bei der Zeche "Prosper" in Bottrop ein. Im Jahre 1905 heiratete er hier die Wäscherin Anna, geborene Krumme. (Foto: die Eheleute Kamps vor ihrem Haus kurz vor ihrer Goldhochzeit). 1917 wurde er Soldat. 1933 kam er mit seiner Frau in seinen Heimatort St. Tönis zurück, wo er nach dem Tode seines Vaters Hubert das inzwischen verwaiste Lädchen übernahm.
In den beiden Oberstübchen war ein kleines privates Museum mit antiken Raritäten eingerichtet, so richtig zu dem alten Fachwerkhäuschen passend. Sein Vater hatte die Raritäten in der Heimat zusammengetragen: zinnerne Teller und Kannen, irdene Schüsseln und Geschirre, Säbel und alte Zündsteinflinten (die übrigens die Amis 1945 mitgenommen haben).
"Kamps-Mimm, Kamps-Mimm" riefen die Kinder durch die stets offenstehende Haustüre. Dann kam Willibald herausgeflitzt und zeigte sich mit Drohgebärden. Man wußte als Kind nie so recht, ob er wütend war, oder nur sein Image pflegte. Ein Versuch des Heimatbundes im Jahre 1987, das Fachwerk wieder sichtbar zu machen, und somit einem baulichen Schmuckstück im Straßenbild der Marktstraße wieder alten Glanz zu verleihen, schlug fehl.

wo?
Tordurchgang vom Alten Markt zum früheren Brauhof der Brauerei Rixen, heute "Alter Brauhof"
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von Willibald Schönberger, Patenkind von Willibald Kamps
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher


Durch die Zusammenlegung von St.Tönis mit Vorst im Rahmen der Kommunalen Neugliederung ergaben sich im neu gebildeten Tönisvorst doppelte Straßennamen.
Im Interesse eindeutiger Adressen wurden deshalb sowohl in Vorst als auch - wie hier - in St.Tönis Straßen umbenannt.

wo?
heutige Gelderner Straße
wann?
bis 1970   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 68/69, Walter Schöler                     


Fast aus erster Hand erhalten wir einen Eindruck von der Wohnungsnot in St.Tönis nach dem 2. Weltkrieg und über die von der Gemeinde dagegen ergriffenen Maßnahmen in einem Artikel, den Martin Reuters (Gemeindedirektor von 1955 bis 1969 und stellv. Heimatbund-Vorsitzender von 1957 bis 1979)  im  März 1956 im St.Töniser Heimatbrief schrieb:
"Dann führte die Gemeinde mit der Kath. Kirchengemeinde einen umfassenden Grundstückstausch durch und erwarb das gesamte "Kirchenfeld". Das ist das Gebiet südlich der Krefelder Eisenbahn zwischen Willicher Straße (Osten) Anrather Straße/Corneliusstraße (Westen) und Corneliusweg (Süden), der im Volksmund "Heiligenhäuschenweg" genannt wird. Hier - wo 1949 noch wogende Kornfelder zu sehen waren - wurden 1950 die ersten Häuser gebaut. Heute ist in diesem Gebiet ein ganz neuer Ortsteil entstanden mit breiten Straßen, Kanalisation, Wasserleitungen, Strom und Gas. Eine Luftaufnahme (Anm.: s. Foto rechts) zeigt diese Entwicklung sehr schön. In diesem Ortsteil sind bisher insgesamt gebaut, durch die Genossenschaft (Anm.: AWG) 57 Miethäuser mit 147 Wohnungen, 37 Eigenheime mit 74 Wohnungen und 14 Siedlerstellen mit 28 Wohnungen. Von anderen Baugesellschaften und von privaten Bauherren sind in diesem Gebiet weitere 37 Hauser mit 61 Wohnungen gebaut worden, darunter 36 Eigenheime. Insgesamt stehen also im Gebiet Kirchenfeld z. Zt. 310 Neubauwohnungen. Weit über 1000 Menschen haben hier in einem neuen, aufgelockerten Ortsteil Wohnung gefunden. Die gesamten Baukosten ( ... ) übersteigen die 4-Millionengrenze."
Anzumerken ist noch, dass Martin Reuters den Begriff "Kirchenfeld" wohl einschließlich der gleichzeitig bebauten Neu- und Dammstraße gefasst hatte. 

wo?
verbindet die Dammstraße (früher mit der parallel dazu verlaufenden Schluffstrecke) mit dem Pastorsbusch
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft Kirchenfeld, gegründet 2008
wann?
Beginn des Siedlungsbaus: 1950
Länge: 380 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 10 und 11, Gemeindedirektor Martin Reuters


"Urzelle und Mittelpunkt des Ortes St.Tönis war immer der Kirchplatz." So beginnt Otto Merkelbach seinen Artikel im Heimatbrief Nr. 99 und damit hat er zweifellos Recht. Auch wenn er im Weiteren schreibt, dass der ursprüngliche Name des Platzes "Kirchhof" war. Bis 1848 war nämlich rund um die Kirche der Friedhof von St.Tönis.
Das erste Grundbuch des "Marcktflecken St.Tönis" aus dem Jahre 1660 ist wahrscheinlich das älteste Dokument, aus dem der Name Kirchhof hervorgeht. Knapp 50 Jahre später wurde ein "Katalog der Einwohner der Pfarre St.Tönis" angelegt, der den gleichen Namen verwendet, ebenso wie ein Ortsplan aus dem Jahre 1827. Die erste Erwähnung des Namens "Kirchplatz" finden wir im Adressbuch von 1898.
Die Skizze rechts stammt aus dem Buch "Die Kunstdenkmäler des Kreises Kempen". Autor Paul Clemen schrieb dazu 1891: "Interessant ist die Anlage des Kirchhofes, der von Häuserreihen wie von einer Ringmauer umschlossen wird, mit vier Hauptzugängen". Bis heute hat sich daran glücklicherweise nichts wirklich Wesentliches geändert.   

wo?
rund um die Katholische Pfarrkirche St. Cornelius, im Mittelpunkt von St.Tönis
wann?
mindestens seit 1898, vorher "Kirchhof"
Länge: 296 m   *1
Quellen:
Grundbuch von St.Tönis 1660 / Katalog der Einwohner von St.Tönis 1707 / Adressbuch von 1898 / Heimatbrief Nr. 99, Otto Merkelbach /
Heimatbrief Nr. 137, (Ansichtssache),
Werner Lessenich


Sie ist eine der ältesten Straßen in St.Tönis - und doch hat sie diesen Namen erst irgendwann zwischen 1900 und 1910 erhalten.
Im Adressbuch von 1900 wird sie jedenfalls noch "Ferlingsstraße" genannt und davor, im Ortsplan von 1827, liebevoll "Ferlingssträßchen". Tauchen wir noch mal knapp 170 Jahre tiefer in die Vergangenheit, dann finden wir 1660 im Grundbuch von St.Tönis noch die Bezeichnung "Ackerstraße".
In der Kirchstraße steht das älteste bis heute unverändert gebliebene Wohnhaus von St.Tönis, das Mertenshaus. Es hat die Zeit gut überdauert und nur die eisernen Maueranker verraten uns, dass es schon 1745 erbaut wurde. 24 Jahre jünger ist die Windmühle an der Gelderner Straße und von der Schlacht an der Hückelsmay im Siebenjährigen Krieg könnte uns das Mertenshaus auch locker erzählen.

wo?
Verbindung zwischen Hochstraße und Kirchplatz
wann?
zwischen 1900 und 1910
Länge: 118 m   *1
Quellen:
Grundbuch St.Tönis 1660 / Adressbücher 1900 und 1910 / Ortsplan 1827 / Heimatbrief Nr. 104, O. Merkelbach


Anläßlich des 100jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie St. Tönis im Jahre 1971 erhielt die bisherige Wilhelmstraße zu Ehren Kolpings diesen neuen Namen. Seit der Gründung der Kolpingsfamilie haben viele Bürger in ihren Reihen gestanden. Meister und Gesellen bemühten sich, die Ziele Kolpings in ihrem Leben und auch im Umfeld umzusetzen. Besonders junge Menschen erhielten in der Kolpingsfamilie Lebenshilfe in vielfacher Form. Da war besonders die berufliche Aus- und Fortbildung, getragen und begleitet durch die Handwerksmeister. Eine enge Bindung an die Kirche stärkte das religiöse Empfinden und vertiefte den Glauben. Auf diesem Fundament wurden glückliche Familien gegründet. Aber auch der Frohsinn kam nicht zu kurz. Gesellige Veranstaltungen trugen immer wieder dazu bei, die Freundschaft der Kolpingmitglieder untereinander zu festi­gen. Viele Mitglieder der Kolpingsfamilie stellten sich auch ihrer Pflicht als Staatsbürger und übernahmen Ämter im politischen Raum. Von der Kolpingsfamilie sind immer wieder starke Impulse ausgegangen und haben das berufliche, gesellschaftliche und politische Leben in unserer Gemeinde maßgeblich beeinflußt. Das Wirken von Adolph Kolping und die Arbeit der örtlichen Kolpingsfamilie erfuhr durch die Widmung "Kolpingstraße" eine sichtbare Anerkennung durch den Rat der Gemeinde Tönisvorst.
Zum Bild: Am 10. Dezember 2006, am Kolpinggedenktag, wurde anläßlich des 135jährigen Jubiläums der St.Töniser Kolpingsfamilie an der Kolpingstraße Ecke Hospitalstraße zum Andenken an den 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochenen Gesellenvater Adolph Kolping ein Bildstock eingeweiht.

wo?
Verbindung zwischen Gelderner Straße und Hospitalstraße
wann?
1971 -  vorher: Wilhelmstraße
Länge: 157 m   *1
Quellen:
Festschrift Kolpingsfamilie St.Tönis zum 125jährigen Bestehen, Richard Beckers, Alt-Bürgermeister / Heimatbrief Nr. 157, Irmgard Schumacher, Vorsitzende Kolpingsfamilie


Fünf Jahre vor dem 500. Geburtstag von Nikolaus Kopernikus (* 19.2.1473, + 24.5.1543) hat die Gemeinde auf Vorschlag des Heimatbundes eine gerade fertig gewordene Straße nach dem berühmten Astronomen und Mathematikers benannt. Unter dem Motto "Wir bauen unser Haus mit eigenen Händen" hatten 21 Siedler nach Feierabend und am Wochenende ihre schmucken Häuser in Eigenleistung gebaut.

wo?
Im Siedlungsgebiet zwischen Nüss Drenk und Benrader Straße, hart an der Grenze zu Krefeld
Str.Gem.:
Siedlergemeinschaft "Neusser Tränke", gegründet 1972
wann?
1968
Länge: 708 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr.59, Walter Schöler / Nr. 78, Otto Merkelbach / Niederrhein-Nachrichten vom 4.9.02


"Zur Zeit Napoleons wurde die Krefelder Straße erstmals ausgebaut undzwar als verhältnismäßig lange und gerade Strecke von der Hochstraße bis zum Gehöft Boekels. Diese Straße löste die bisherige Verbindung nach Krefeld über die Bahn- und Mühlenstraße ab. Wie damals üblich, hatte die Straße lediglich einen Schotteraufbau und eine seitliche Baumbepflanzung, damit auch bei starkem Schneefall die Fahrspur kenntlich blieb. Die Pflasterung erfolgte erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts." So beschreibt Hans Beusch in seinem Artikel "Das Gesicht der Krefelder Straße" die Anfänge einer der wichtigsten Ausfallstraßen von St.Tönis. Weiter heißt es dort: "Lange Zeit blieb die Krefelder Straße leer und unbebaut. Bis etwa 1850 stand lediglich ein Haus auf der Krefelder Straße: das landwirtschaftliche Anwesen des Johannes Stieger, verbunden mit einer Gastwirtschaft, später ... die Gaststätte Heusen."
Im Adressbuch aus dem Jahre 1900 sind dann allerdings schon über 250 Einträge mit der Adresse "Krefelder Straße" verzeichnet und 1912 (als man die Straße mit einem "C" vorne schrieb) sind schon über 300 Nennungen zu finden.
Die seit 1904 zwischen Krefeld und St.Tönis verkehrende Straßenbahnlinie veränderte das Gesicht der Straße natürlich ganz erheblich. (Abbildung rechts aus den 50er Jahren).
 Bis heute ist sie eine der verkehrsreichsten Straßen des Ortes.

wo?
von der Ecke Hochstraße / Willicher Straße ortsauswärts in Richtung Krefeld
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft Krefelder Straße, gegründet 1928
wann?
ca. 1800 während der französischen Besatzung
Länge: 1.301 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 112, Hans Beusch / Nr. 131, Ansichtssache, Werner Lessenich / Adressbücher 1900 und 1912


1988 benannte die Stadt einen Fußweg am Rande des neu entstandenen Wohngebiets zwischen Rue de Sees und Ludwig-Jahn-Straße. Der Vorschlag bezog sich auf den volkstümlichen Namen einer früher dort durch Gartengelände verlaufende Gasse, die auch am sog. "Kriene-Weier", einem Teich auf dem Grundstück des Schuhmachers Matthias Krienen vorbeiführte (s. Foto ca. 1930). Bekannt und beliebt war der romantische Heckenweg damals besonders bei Liebespärchen. Jahre vor der Bebauung des Gartengeländes hatte Hanni Ammon wohl eine Ahnung über die Vergänglichkeit der Dinge, als sie in einem Mundartgedicht mit dem Titel "Os Kriene-Jätzke" (veröffentlicht im Heimatbrief, August 1977) schrieb:
"Zent Tüenes deet waße, wäe hei dat jedeiht, als Oma on Opa tesame jefreit.
Et wä-es en de Höcht on mäkt sech janz breet, dem ene deet dat freue, dem angere deet dat leet.
Dat dörflich-jemütliche, dat ös afjeschri-ewe, doch Kriene-Jätzke, dat ös os noch jebli-eve."
So geht es noch euphorisch weiter, doch die Frage am Schluss ist schon weniger optimistisch:
"Als Frei-Jatz wor die os ömmer bekennt, vandag ös die Jurend wat angersch jewennt.
Dat dörflich-jemütliche, dat ös afjeschri-ewe, doch Kriene-Jätzke - wie lang deet os dat noch bliewe?"

wo?
Verbindungsweg von "Am Marienheim" zur Ludwig-Jahn-Straße
wann?
1988 auf Vorschlag des Heimatbundes und seines Mitglieds Hans Steinstrasser
Länge: 43 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 91, Hanni Ammon (Gedicht) / Nr. 94, Theo Mülders / Nr. 120, Rolf Schumacher



Durch die Zusammenlegung von St.Tönis mit Vorst im Rahmen der Kommunalen Neugliederung ergaben sich im neu gebildeten Tönisvorst doppelte Straßennamen.
Im Interesse eindeutiger Adressen wurden deshalb sowohl in Vorst als auch - wie hier - in St.Tönis Straßen umbenannt.

wo?
heutige Ulmenstraße
wann?
bis 1970
Quellen:
Heimatbrief Nr. 68/69, Walter Schöler                     


Im Jahre 1936 wurde durch Beschluß des St.Töniser Gemeinderates die damalige Prinzenstraße in Ludwig-Jahn-Straße umbenannt.
Anlass war das Jubiläumsfest zum 75jährigen Bestehen der Turnerschaft St.Tönis 1861.
Mitte der 50er Jahre baute die sportfreudige Gemeinde St. Tönis eine moderne Sportkampfbahn und Turnhalle an der Kempener Straße (heute Gelderner Straße) und benannte dieses Gelände Jahn-Sportanlage.
Im Volksmund erhielt die Ludwig-Jahn-Straße bald den Spitznamen "Kugelallee". Grund dafür waren kleine Vorgärten, die mit einer kniehohen Mauer umgrenzt waren. Den Abschluss bildeten Eisenstangen, die zwischen etwa fußballgroßen Betonkugeln befestigt waren.
Friedrich Ludwig Jahn, bis in unsere Zeit als "Turnvater Jahn" bekannt,  wurde am 11. August 1778  in Lanz (Priegnitz) geboren.
Er förderte in besonderer Weise den Gedanken der Leibesertüchtigung der Jugend unter dem Motto "Frisch - fromm - fröhlich - frei".
Nach einem bewegten - politisch nicht immer unumstrittenen - Leben und Wirken starb er am 15.10.1852 in Freyburg an der Unstrut.

wo?
Verbindung zwischen Rue de Sees und Feldstraße (Nordring überquerend)
wann?
1936 -  vorher: Prinzenstraße
Länge: 896 m   *1
Quellen:
u.a. Heimatbrief Nr. 94, Otto Merkelbach / Heimatbrief Nr. 133 (Spitznamen-Lexikon ), Werner Lessenich



Durch die Zusammenlegung von St.Tönis mit Vorst im Rahmen der Kommunalen Neugliederung ergaben sich im neu gebildeten Tönisvorst
doppelte Straßennamen. Im Interesse eindeutiger Adressen wurden deshalb sowohl in Vorst als auch - wie hier - in St.Tönis Straßen umbenannt.

wo?
heute: Alter Markt
wann?
bis 1970
Quellen:
Heimatbrief Nr. 68/69, Walter Schöler                     


In der Marktstraße, die vor 1903 Marktstallstraße hieß, befanden sich früher Ställe für die Tiere - (Pferde, Esel und Ochsen), mit deren Hilfe die Marktbeschicker ihre Ware beförderten.

wo?
Tordurchgang von der Marktstraße zum früheren Brauhof der Brauerei Rixen, heute "Alter Brauhof"
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore 
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher


Als eine der ältesten Straßen des Ortes wird sie - noch ohne konkrete Namensnennung - unter der Beschreibung ihres Verlaufes ("von der Mühlenpforten bis an die Niederpforten") im ersten Grundbuch von St.Tönis 1660 erwähnt. Im ältesten Ortsplan von St.Tönis (1827) finden wir an dieser Stelle die "Marktstoll-Straße. Alten Beschreibungen zufolge waren hier neben etlichen Bauernhöfen auch viele Handwerker ansässig. So lesen wir in einem Aufsatz von Josef Ramisch von einer Gerberei, einem Schneider- und einem Sattlermeister, einer Schlosserei und dem Kupferschmied Beckers (das war dort, wo heute die Heimatbundstube liegt). Schreinermeister de la Motte, ein überall bekanntes und beliebtes St.Töniser Urgestein, hatte hier ebenso seine Werkstatt wie der Schuster Hahn und der Uhrmacher Plönissen. Drechslermeister Dommers war ein gefragter Mann bei der Jugend, galt er doch als der beste Doppmacher weit und breit. In einer Küferei wurden - wie Ramisch erzählt - gewaltige Fässer hergestellt. Natürlich durften auch ein Bäcker und ein Metzger nicht fehlen und ein Malermeister bringt schließlich auch noch Farbe in die Liste der fleißigen Handwerker, die ohne die Erwähnung der Weber natürlich nicht vollständig wäre. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie es an einem Werktag dort zuging und welch vielfache Klänge sich mit dem Hufgeklapper der Pferde auf dem Straßenpflaster vermischte.
Bis ca. 1913 hatte die Marktstraße nur eine Abzweigung und zwar in Höhe und in Richtung auf den Marktplatz. Als 1911 das Krankenhaus gebaut wurde, sollte es besser erreichbar sein. Vier Häuser - zwei direkt an der Marktstraße und zwei dahinter zum "Graben" gelegene - mussten nach heftigen Verhandlungen mit den Eigentümern schließlich zu Gunsten einer Straßeneinmündung der Hospitalstraße abgerissen werden
Im Rahmen der Ortskernsanierung wurde das erste Teilstück der Marktstraße (von der Hochstraße bis zur Einmündung Hospitalstraße) per "Beschränkung der Benutzungsart" mit Wirkung vom 1.12.1982 zur Fußgängerzone erklärt.    
 
wo?
Verbindung zwischen Hochstraße und Kaiserstraße
Str.Gem.:
Straßengemeinschaft Marktstraße, gegründet ????
wann?
erste bekannte namentliche Erwähnung 1707 im Katalog der Einwohner der Pfarre St.Tönis als "Marktstollstraße" 
Länge: 206 m   *1
Quellen:
Grundbuch von St.Tönis 1660, Heimatbrief Nr. 7, Jos. Ramisch / Nr. 102, Otto Merkelbach / Nr. 140, Ansichtssache, W. Lessenich /
Amtl. Bekanntmachung in den Niederrhein-Nachrichten  zum 29.06.1983 rückwirkend zum 1.12.1982



Die Maximinenstraße - heute Antoniusstraße - hatte nachweisbar ihren Namen seit 1660. Dort hieß sie im ersten Grundbuch von St. Tönis ,,Maximiner-Straße".
Später dann im Katalog der Pfarre St. Tönis von 1707/1708 wurde sie unter dem Namen "St.-Maximin-Straße" geführt, und schließlich im St.Töniser Adressbuch von 1900 hieß sie "Maximinenstraße". Man nimmt an, dass der Name von "Maximin" (etwa 329-346), dem 5. namentlich bekannten Bischof von Trier kommt. Er wurde später heilig gesprochen. Eine kleine Abzweigung von der heutigen Antoniusstraße in Richtung Seulenhof erhielt  zur Erinnerung an den ursprünglichen Straßennamen die Bezeichnung Maximinen-Gasse.

wo?
Gasse zwischen Antoniusstraße und Seulenhof
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von der Kath. Pfarrgemeinde St. Cornelius
Quellen:
Heimatbrief Nr. 40, Dr. Rotthoff / Nr. 136, Rolf Schumacher



Dort, wo früher rund um St.Tönis Wall und Graben gegen feindliche Angriffe schützen sollten, verlief - und verläuft teilweise auch heute noch - die Ringstraße.
Ein Stück davon - es läuft parallel zur Marktstraße - war bis 1982/83 eine schmale Gasse, die im Wesentlichen als rückseitiger Zugang für die Betriebe an der Marktstraße diente. Durch die Ortskernsanierung und auch um die Ausdehnung der Fußgängerzone in die Marktstraße zu ermöglichen, ergab es sich, dass diese Gasse zu einer autotauglichen Verkehrsstraße verbreitert wurde. Eingangs der Straße / Ecke Gelderner Straße musste dazu u.a. ein Wohn- und Geschäftshaus (Haushaltwaren Poppen) abgerissen werden. Die neue Straße beginnt in Höhe der Ecke Hochstraße und damit genau dort, wo zu den oben beschriebenen Zeiten das "Niedertor" den Weg nach Kempen ermöglichte bzw. versperrte. Damit war der Name schnell gefunden.          
 
wo?
Weiterführung der Schulstraße bis zur Viersener Straße zwischen den Einmündungen Gelderner- und Vorster Straße
wann?
1983 auf Vorschlag des Heimatbundes , vorher war sie ein Teil der Ringstraße
Länge: 250 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 107, Otto Merkelbach / Nr. 108, Theo Neetix


Der Ortmannsweg ergänzt quasi die Brauereistraße in dem Sinne, dass damit - bis auf ein Stückchen Westring - das alte Firmengelände der Brauerei Ortmanns, später Ortmanns & Rixen bzw. Rixen umschlossen wird. (siehe dazu mehr unter Brauereistraße). Diese Überlegung galt aber nur dem Standort der Straße. Zweifellos stelllt aber die Widmung des Straßennamens eine Würdigung des ersten St.Töniser Ehrenbürgers, Peter Jakob Ortmanns (1849 bis 1937), dar.
 Im Ehrenbürgerbrief, den er 1928 für seine vielfältigen Verdienste erhielt, heißt es: "Der Gemeinderat ernennt hierdurch den verdienten Ersten Beigeordneten Jakob Ortmanns, der heute an seinem 80. Geburtstag als Beigeordneter, wie in 40 jähriger aufopferungsvoller, nie rastender Arbeit als Gemeindeverordneter und in zahlreichen anderen Ämtern wie keiner unter uns dem allgemeinen Besten der Gemeinde gedient hat, zum Ehrenbürger von St. Tönis." 
Neben seinem Wirken in der Zivilgemeinde gehörte er auch über 20 Jahre dem Kirchenvorstand an, zeitweise als dessen stellvertretender Vorsitzender. Er führte die Freiwilligen Feuerwehr in St.Tönis, die ihn zum Ehren-Chef ernannte und war fast 30 Jahre Vorsitzender der Ortskrankenkasse. Auch in vielen Vereinen war seine Mitgliedschaft geschätzt, z.B. im Artillerieverein und im Schützenverein. Zweimal war er Schützenkönig, zuletzt 1934 beim A.S.V. - Und fast hätten wir noch seinen eigentlichen Beruf als Chef der Brauerei Ortmanns vergessen. Keine Überteibung also, wenn Bürgermeister Dr. Mauss 1937 im Nachruf schreibt: "Ein ganzes Menschenalter hat der nunmehr Dahingegangene unserer Gemeinde seine nie erlahmende Arbeitskraft zur Verfügung gestellt ... Der Name des Verstorbenen wird in unserer Gemeinde in dankbarem Gedenken fortleben."

wo?
Gasse zwischenVorster Straße und Westring
wann?
ca. 1982
Länge: 324 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 105 und 142, Walter Schöler / Nr. 144 bis 151 Rolf Schumacher / Totenzettel Jakob Ortmanns



Schon 1982 berichtete der St.Töniser Heimatbrief darüber, dass auf seine Initiative eine neue Straße in "Osterheide" benannt wurde. Erst im September 1987 erscheinen diverse Zeitungsmeldungen gleichen Inhalts. Offensichtlich war das der zeitliche Abstand zwischen Planung, Durchführung und Beendigung der Baumaßnahme.
Die Wahl des Namens ist nicht an die spezielle Örtlichkeit der Straße geknüpft. Vielmehr wollte man unabhängig davon die Dokumentation einer uralten historischen Ortsbezeichnung der Nachwelt erhalten. Und älter geht es fast nicht. Der Name taucht erstmals in der von Erzbischof und Kurfürst Friedrich von Saarwerden am 10. September 1380 unterzeichneten  "Geburtsurkunde" von St.Tönis auf. "Fridericus dei gratis sancte Coloniensis Ecclesie Archiepiscopus, sacri Romani Imperii per Italiam Archicancellarius, ut pro divini cultus augmento in loco dicto OSTERHEIDE, sito infra parochiam kempensem ... " heißt es da in schönstem Latein. Zu deutsch: "Wir, Friedrich, Erzbischof von Gottes Gnaden der heiligen Kirche Kölns, Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, geben unsere Erlaubnis mit Zustimmung der Anwesenden, dass für die Verbreitung des heiligen Kultus an der Ortschaft, genannt OSTERHEIDE, gelegen innerhalb der Pfarre Kempen -... eine Kapelle ... gegründet wird." 

wo?
Straßenzug zwischen Krefelder Straße. Ludwig-Jahn-Straße und Nordring
wann?
1982 bzw. 1987 (s.o.)
Länge: 550 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 106, Otto Merkelbach / Nr.108, Theo Neetix


   
wo?
heutige Ludwig-Jahn-Straße
wann?
von ca. 1910 (erste Nennung im Adressbuch) bis 1936; dann wurde die Prinzenstraße in Ludwig-Jahn-Straße umbenannt
Quellen:
diverse Adressbücher, St.Töniser Geschäftsanzeiger vbom 4.2.1937



Gleich zwei "Tömps" (= markante Eckhäuser) rahmten von je her den Rathausplatz zur Hochstraße hin ein: "Achten-Tömp" (das ist das heutige Rathaus) und gegenüber "Hoppmanns-Tömp" wurden sie von unseren Vorfahren genannt. "Achten-Tömp" deshalb, weil das heutige Rathaus bis 1877 das Wohnhaus des Bauern Achten war. Um 1800 herum ist der Bau entstanden und im Volksmund hieß der Platz damals auch "Achten-Maart." Durch den gut erhaltenen Ortsplan von 1827 wissen wir, dass der Platz spätestens 1827 "Hückelsmarkt" genannt wurde und alte Adressbücher verraten uns den Namen "Kleiner Markt" um 1900 herum. Mindestens seit 1910 trägt er bis heute den passenden Namen "Rathausplatz", auch wenn das heutige Verwaltungsgebäude an der Bahnstraße von 1964 bis 1978 die Funktion des Rathauses übernahm und das alte Rathaus vorübergehend nur als Wohnhaus diente. Während die Häuser auf der Seite des Rathauses im Wesentlichen unverändert geblieben sind, ist die gegenüber liegende Häuserfront im Rahmen der Ortskernsanierung abgerissen worden und erhielt durch den Neubau einer Bankniederlassung ein vollkommen anderes Aussehen. Das Foto rechts zeigt den Platz auf einer Ansichtskarte aus den 1950er Jahren. Heute ist der Rathausplatz beliebter Veranstaltungsort bei Straßenfesten und Donnerstags, wenn hier der Wochenmarkt stattfindet, Treffpunkt für "halb St.Tönis".
    
wo?
An der Hochstraße gelegen, am anderen Ende vom Kirchplatz begrenzt
wann?
um 1827: Hückelsmarkt, um 1898/1900:  Kleiner Markt, erste Nennung als Rathausplatz im Adreßbuch von 1910
Unterbrechung von 1937 bis 1945: "Adolf-Hitler-Platz"
Länge: 51 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 108, Otto Merkelbach / Nr. 129  Nr. 153  / Nr. 160  Werner Lessenich ("Ansichtssache") / diverse Adressbücher



Die 1607 wie ein Ring um St.Tönis angelegte Ortsbefestigung wurde 1781 bereits wieder "geschleift" - wie es im Fachjargon heißt - und zu Gärten umgestaltet. Die Tore wurden um 1830 abgebrochen. Josef Ramisch erklärt im Heimatbrief Nr. 17 wie es weiterging:
"Eine vom Gemeinderat bestellte Graben-Regulierungskommission stellte 1857 die Be­dingungen der Veräußerung. Die Ge­meinde übertrug den noch nicht veräußerten Teil des um den Marktflecken St.Tönis fließenden Grabens den angrenzenden Eigentümern pro Rute zu 5 Talern, mit Ausnahme der vor dem Vorster-, Kempener- und Krefelder Tor gelegenen Teile desselben, die ihrer vorteilhaften Lage wegen 10 Taler pro Rute kosteten. Die Übernehmer mussten den zur Aufnahme des von St.Tönis herkommenden Wassers nötigen Abflussgraben in einer Breite von mindestens 5 rheinischen Fuß (= 1,60 m) auf dem erworbenen Grund und Boden nach Anordnung der Polizeibehörde anlegen. Als mindeste Breite des Grabenweges wurden 10 rheinische Fuß bestimmt (= 3,20 m)." - Auf diese Weise entstand ein Rundweg mit parallel verlaufendem offenen Abwassergraben um den Ortskern, der zunächst "Grabenweg" und ab 1910 in seiner Gesamtheit "Ringstraße" genannt wurde.   
Die "Niederrheinische Rundschau" verkündete ihren Lesern am 29.12.1906, dass "die Gräben, die rings den Ort umfließen, in Bälde der Vergangenheit angehören und an ihre Stelle moderne Rohrkanäle treten." Theodor Kulder inspirierte dies zu einem Gedicht, dessen erste Strophe lautet: "Dä Stenkgrav mött dä schwarte Mott, - dä ös nou endlich doch enns fott. - Kanalisiert ös nou dä Grav, - datt wohr vonn de Jemend wohl brav."
Er hat sich nicht zu früh gefreut, der Kanal zeigte die erwünschte Wirkung.
In den 1970er Jahren haben Teile der "Ringstraße" andere Namen bekommen. In dem oben rechts abgebildeten Ortsplan aus dem Jahre 1963 ist der Verlauf der Ringstraße rot markiert. Das neue Teilstück, das heute direkt zur Kreuzung mit der Schulstraße/Hülser Straße führt, ist dort gelbt markiert. Inzwischen haben sich auf folgenden Teilstücken Änderungen ergeben:.
- von der Hochstraße/Willicher Straße bis zur Viersener Straße: "Pastorswall"
- von der Gelderner Straße bis zur Kaiserstraße: "Niedertorstraße"
- von der Ringstraße in Höhe Friedensstraße bis zur alten Einmündung in die Schulstraße "Alter Graben"
    
wo?
heute trägt nur noch das Stück von der Krefelder- zur Schulstraße den Namen "Ringstraße" und ausgerechnet bei diesem Stück änderte sich auch der Verlauf (es mündet jetzt nicht mehr zwischen Haus-Nr. 3 und 5, sondern gegenüber der Hülser Straße in die Schulstraße
wann?
lt. Adressbuch 1898 und 1900: "Grabenweg"; ab Adressbuch 1910: "Ringstraße"
Länge:  317 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 17, Josef Ramisch / Nr. 93, Walter Schöler



Der Name Rixen gehört zur Ortsgeschichte von St. Tönis und wurde besonders durch die Brauerei Rixen bekannt.
Wilhelm Wirichs betrieb ab 1837 in St.Tönis, Kirchplatz (heute Nr. 9) als Erbe seines Vaters Stephan eine Brauerei (zunächst nur für den eigenen Bedarf), Landwirtschaft, Bäckerei und Gastwirtschaft. Seine Tochter Elisabeth heiratete am 6.10.1856 in St. Tönis den in Gierath geborenen Peter Josef Rixen, der das Geschäft seines Schwiegervaters damit übernahm. Das Ehepaar Rixen hatte später 8 Kinder.
Ab 1870 begann man sich auszudehnen. Es kamen in der näheren Umgebung und in Krefeld Wirtekunden dazu.
Ab 1895 übernahmen die Söhne Robert und Hermann, die in Berlin die Brauerschule besuchten. Neue Gebäude wurden errichtet, entsprechende Maschinen und Geräte angeschafft und 1904 ein neuer Eiskeller gebaut, der noch in den 1960er Jahren als gewaltiger Zementklotz weit über die Dächer des Ortes ragte, aber schließlich der Ortskernsanierung weichen mußte.
In St.Tönis gab es im Jahre 1914 noch 6 Brauereien. Ende 1919 entschlossen sich die Herren Jakob und Heinrich Ortmanns sowie Robert und Hermann Rixen, ihre beiden Betriebe zusammenzulegen. Der Betrieb Kirchplatz 9 wurde stillgelegt und nur noch in der Brauerei auf der Schelthofer Straße 7-9 (später Brauereistraße) gearbeitet. Ab 1.1.1920 hieß die neue Firma "Vereinigte Brauereien Ortmanns und Rixen St. Tönis".
Inzwischen waren Robert Rixen (1929) und Hermann Rixen (1943) verstorben und deren Söhne Robert und Josef in die Firma eingetreten. Nachdem Jakob (1953) und Heinrich Ortmanns (1957) verstorben waren, wurde der Firmenname in "Brauerei Rixen" geändert. Robert Rixen förderte und widmete sich in seiner privaten Zeit mit ganzem Herzen dem St. Töniser Karneval und war besonderer Förderer des hiesigen Kath. Kirchenchores.
Der vitale, heimatverbundene und sportbegeisterte "Jupp" Rixen war in St.Tönis und darüber hinaus eine volkstümliche Persönlichkeit. Infolge seines Berufes und durch seine vielseitige ehrenamtliche Tätigkeit in zahlreichen Vereinen stand er jahrzehntelang in enger Verbindung zu allen Schichten der hiesigen Bevölkerung. Von Jugend an gehörte er dem "Spielverein 1911 St. Tönis" an. Zuletzt war Josef Rixen Ehrenvorsitzender in diesem Verein, den er als Vorsitzender zur Blüte brachte.
Schon bald nach der Gründung trat er 1953 dem Heimatbund St. Tönis bei, den er ideell und finanziell in bestmöglicher Weise unterstützte. Denken wir doch einmal an die "Rixen-Werbung", mit der er alle St. Töniser Vereine Jahr für Jahr unterstützte. Beim 60jährigen Bestehen des Allgemeinen Schützenvereins war Josef Rixen im Jahre 1962 der Schützenkönig.
1984 schloss die Brauerei Rixen endgültig ihre Tore und 6 Jahre danach erfolgte der Abriß der Firmengebäude.

wo?
Überbauter Eingang von der Antoniusstraße aus zum früheren Brauhof der Brauerei Rixen, heute "Alter Brauhof"
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von Hedwig Lange, der Tochter des Rixen-Brauerei-Gesellschafters Robert Rixen
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher



Am 7. September 1980, zum Auftakt der 600-Jahr-Feierlichkeiten von St.Tönis, wurde die ehemalige Breite Straße in Anwesenheit vieler Gäste aus der französischen Partnerstadt in RUE DE SÉES umbenannt. Die Freundschaft zwischen den beiden Städten war am Pfingstwochenende 1979 in St.Tönis offiziell besiegelt worden. Im September gleichen Jahres wurde dieser Akt in Sees wiederholt. Zu diesem Anlass benannten unsere französichen Freunde eine Straße ihrer Stadt AVENUE DE TÖNISVORST.   

wo?
Verbindung zwischen Bahnstraße und Schulstraße
Str.Gem.: Straßengemeinschaft Rue de Sees / Friedensstraße - gegründet 1980
wann?
1980 -  vorher Breite Straße
Länge: 394 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 98, Walter Schöler / Nr. 100, Otto Merkelbach / Nr. 101, Hans Hochbruck



In einer Sitzung des Hauptausschusses im Januar 1977 ging es um die Frage, wie die - noch unbebaute - Straße im Dreieck Schelthofer Straße / Friedrichstraße mit Angrenzung an dem für eine Friedhoferweiterung vorgesehenen Gelände genannte werden sollte. Hier war der Heimatbund gefragt, der als einen von drei Vorschlägen (neben Frankenstraße und Hubertussdtraße) die obsiegende Schäferstraße in die Diskussion brachte. Grund für den Namen war die Legende von dem Schäfer, der in der Heide ein Bildnis des Hl. Antonius fand, was dann zur Gründung unseres Heimatortes führte.

wo?
Verbindung zwischen Friedrichstraße und Schelthofer Straße
Str. Gem.: Friedrichstraße/Schäferstraße/Bückersdyk, gegründet April 1980
wann?
1977 mit Bebauungsplan Tö 16
Länge: 717 m   *1
Quellen:
WZ und RP vom Januar 1977 / Heimatbrief Nr. 101, Wilfried Schmitz



Die Gasse führt vom Ortsmittelpunkt zum Schulhof der Katholischen Grundschule.
Als "Katholische Knaben-Volksschule" wurde  sie 1903 eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

wo?
Durchgang von der Hochstraße zum Alten Graben
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von der Rektorin der Kath. Grundschule St. Tönis, Frau Gisela Höhn
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher


Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ergab sich der verständliche Wunsch, einen Teil der Hülser Straße in Schulstraße umzubenennen. Schließlich war 1903 der prächtige Neubau der Kath. Knabenvolksschule (heute Kath. Grundschule) eingeweiht worden.
Dort wo heute ein Kreisverkehr die Fahrzeuge in vier Richtungen leitet, war bis zum Beginn der 1980er Jahre neben dem Schulgebäude (gegenüber der Einmündung der Hülser Straße) noch eine geschlossene Häuserfront. Hier wurde eine Durchfahrt zur Ringstraße geöffnet, über die der Verkehr - einschließlich Linienbusse - von der zur Fußgängerzone umgewidmeten Hochstraße parallel abgeleitet werden musste.

wo?
Führt als Verlängerung der Niedertorstraße ab der Kreuzung Hoch-/Gelderner Straße zum Nordring in Höhe Ludwig-Jahn-Straße
wann?
nach dem Schulneubau 1902/03; Unterbrechung von 1937 bis 1945 "Schlageter Straße"
Länge: 492 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 40, Josef Ramisch / Nr. 144 und 145 (Ansichtssache) Werner Lessenich


in Arbeit ! Bitte um etwas Geduld

wo?
Verbindung zwischen Hülser Straße und Feldstraße
wann?

Länge: 724 m    *1
Quellen:



Im Rahmen der Ortskernsanierung entstand hier ein öffentlich zugänglicher Platz. Mit Springbrunnen, Kinderspielplatz und Bänken ausgestattet lädt er in unmittelbarer Nähe der geschäftigen Hochstraße zum Verweilen ein.
Die Vergabe des Namens war naheliegend, weil der Durchgang von der Hochstraße früher einmal die Toreinfahrt von einem der beiden sogenannten "Seulenhäuser" war. Erinnert wird in diesem Fall gleich an zwei prominente Persönlichkeiten, die beide das Amt des Bürgermeisters von St.Tönis bekleideten: Gerhard Seulen (1823-1864 - zeitweise gleichzeitig auch BM von Vorst) und Jacob Seulen (1864-1901).
1994 fand der Grabstein von Jakob Seulen als Gedenkstein einen neuen Platz auf dem Seulenhof. Der Heimatbund stiftete dazu eine Bronzetafel, die in Kurzform über das Leben der beiden ehemaligen St.Töniser Bürgermeister Auskunft gibt. - Weiteres siehe auch unter "Seulen-Poort"

wo?
zwischen Hochstraße und Antoniusstraße; erreichbar durch Seulen-Poort und Maximinen-Gasse
wann?
1977
Quellen:
Heimatbrief Nr. 23, Ludwig Doetsch / Nr. 92, Walter Schöler / Nr. 132, Rolf Schumacher               



Zwei Personen der Familie Seulen leiteten über Jahrzehnte die Geschicke der Bürger von St. Tönis.
Gerhard Seulen wurde 1796 geboren und stand als Bürgermeister von 1823 bis 1864 an der Spitze der Gemeinden Vorst und St. Tönis. In Vorst gibt es zur Erinnerung an das Wirken und Schaffen heute eine Seulenstraße und in St. Tönis wurde der Seulenhof nach dieser Familie benannt. Ein Rückblick auf die Laufbahn ergibt ein Bild tätigen Lebens in den verschiedenen Wirkungskreisen, wie sie eben das kommunale Leben in einer Gemeinde mit sich bringt. 1815 machte Gerhard Seulen als Freiwilliger und Landwehroffizier den Feldzug in Frankreich mit. Nach seiner Ernennung zum Bürgermeister war er gleichzeitig Kreisdeputierter des Kreises Kempen, Abgeordneter des Rheinischen Provinzialtages und ab 1847 Abgeordneter des Allgemeinen Landtages in Berlin. Das Bürgermeisteramt war der "Lieblingsacker seines Wirkens". Seine umsichtige und unermüdliche Tätigkeit für das allgemeine Wohl der ihm anvertrauten Gemeinden sowie jedes Einzelnen, war sein oberstes Gebot. Bürgermeister Gerhard Seulen starb nach einem schmerzhaften Leiden am 30. Dezember 1865, nachdem sein Sohn Jacob bereits die Amtsgeschäfte am 9. November 1864 übernommen hatte.
Jacob Seulen
war am 23. Oktober 1828 in Vorst geboren. Er verwaltete mit großer Umsicht die Bürgermeisterei St.Tönis bis zu seinem Tode am 26. Januar 1901. Um die Mitte seiner Amtsperiode in den 80er Jahren, waren die wirtschaftlichen Verhältnisse in St. Tönis alles andere als rosig. Ein großer Teil der Bevölkerung lebte damals in St. Tönis von der Seidenweberei. Etwa 650 Handwebstühle waren außer Betrieb. Der ohnehin geringe Lohn fiel aus, und daher war die Not groß. Da übernahm der Bürgermeister Jacob Seulen den Vorsitz einer Unterstützungkommission, die an die notleidenden Familien außer Geld auch Unterstützungswertkarten für Lebensmittel verteilte. Sein gerades Wesen, seine große Hilfsbereitschaft und seine Leutseligkeit gegen hoch und niedrig, halfen über alle Schwierigkeiten hinweg und machten den damaligen Bürgermeister zu einer beliebten und respektvollen Persönlichkeit seiner Gemeinde. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er Ritter des königlichen Kronenordens.

wo?
Tordurchgang von der Hochstraße zum Seulenhof 
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von Hans Lücker, Familienmitglied der Seulennachfahren 
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher



Otto Merkelbach schrieb im Heimatbrief 114 zum 85. Geburtstag über Theo Mülders:
Der stets heimatverbundene "Dures" wurde kurz nach der Jahrhundertwende am 9. Juli 1900 als Sohn einer Handwerkerfamilie geboren. Nach dem Besuch der Volksschule seines Heimatortes St.Tönis und der Kaufmannsschule in Krefeld trat er 1915 als Lehrling bei der Stadtverwaltung in Krefeld ein. 50 Jahre stand er in Diensten der Stadt Krefeld, davon die letzten 27 Jahre als Kassen-Oberinspekor und Geschäftsführer der "Krefelder Familienhilfe". Sein größtes Verdienst auf dem sozialen Sektor war 1955 die Errichtung des Alten-Erholungsheimes "Haus am Berg".
Theo Mülders war stets von einem unbändigen Schaffensdrang besessen. Als mundartlicher Schriftsteller fanden die von ihm herausgegebenen Bücher "Feuerwerk", "Kachele on Klenker", "Dä on die on noch en paar" sowie seine Langspielplatte in Mundart ("Dä Rentner", ein Stück daraus, ist von unserer Homepage zu hören) , überall im Rheinland hervorragende Resonanzen. Anerkannt wurde seine ehrenamtliche Freizeitarbeit durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande, dem Rheinlandtaler und durch die Verleihung der Ehrenbürgerrechte der Stadt Tönisvorst am 10. September 1980.
Die Biographie von Theo Mülders können wir nur in Stichworten festhalten: Mitglied im Heimatbund St. Tönis seit dem Gründungsjahr 1952 (Ehrenmitglied und Ehrenringträger). Mit Mundart befaßt er sich seit 1923 auch im "Kreis 23" in Krefeld. Achtzehn Jahre war er Wochenplauderer in Mundart bei einer Tageszeitung unter dem Thema "Op et Invalidebänkske". Rund 1000 Vortragsabende hat Mülders von 1923 bis 1975 am Niederrhein gehalten. Bekannt ist seine christliche und ethische Einstellung. In allen "St. Töniser Heimatbriefen" ist der humorvolle Heimatschriftsteller mit Mundartbeiträgen aus seiner Feder vertreten.
Soweit Otto Merkelbach über den liebevoll auch "Goethe vom Niederrhein" genannten Mundartpoeten.
Am 27. März 1995 starb Theo Mülders in seinem geliebten Heimatort St.Tönis.

wo?
von der Willicher Straße U-förmig abgehend und wieder einmündend
Str. Gem.: Straßengemeinschaft "Theo-Mülders-Straße / Josef-Schultes-Straße"
wann?
1997 auf Vorschlag des Heimatbundes
Länge: 1.232 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 101: Hans Hochbruck, Nr. 114: Otto Merkelbach, Nr. 136: Rolf Schumacher / Rheinische Post vom 6.12.1996


Eine noch recht junge Straße ist die Ausfallstraße nach Anrath. Erst im Adressbuch von 1900 taucht sie - unter dem Namen "Anratherweg" - zum ersten Mal auf. Zwei Jahre zuvor, im Adressbuch von 1898, gibt es weder eine Straße diesen oder ähnlichen Namens, noch findet man dort die Namen der Bewohner von 1900. Ab 1910 wird sie (in der damals üblichen Zusammenschreibung in einem Wort) "Anratherstraße" genannt und ab 1970 musste sie bei der Schaffung der Großgemeinde Tönisvorst wegen der Namensgleichheit einer Straße in Vorst in "Viersener Straße umbenannt werden.  

wo?
ab der Kreuzung Vorster Straße / Kaiserstraße in Verlängerung der Niedertorstraße ortsauswärts in Richtung Anrath
Str. Gem.:
Straßengemeinschaft "Viersener-/Corneliusstraße", gegründet 1950 als "Str.Gem. Anrather-/Corneliusstraße"
wann?
ab 1970 Viersener Straße; davor erste Erwähnung im Adressbuch von 1900 als Anratherweg, später Anrather Straße
Länge: 4.564 m   *1
Quellen:
Adressbücher 1898 und 1900

          
Einst eine typische Ausfallstraße wie die nach Anrath, Hüls, Kempen, Krefeld oder Willich, ist die Vorster Straße 1970 quasi eine innerörtliche Straße geworden. Schließlich verbindet sie ja die damals zusammengelegten Ortsteile St.Tönis und Vorst innerhalb von Tönisvorst. In Vorst trifft sie dann auch auf die St.Töniser Straße - die allerdings bis zur oben genannten Neugliederung "Krefelder Straße" hieß ...   

wo?
von der Kreuzung Niedertorstraße / Viersener Straße ortsauswärts in Richtung Vorst
wann?
nicht bekannt. Schon in den ältesten uns vorliegenden Adressbüchern gibt es die Vorster Straße
Länge: 1.872 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 156, Ansichtssache, Werner Lessenich



Vermutlich war Kaiser Wilhelm II. der Namensgeber des vorher wohl namenlosen Platzes. 1902 und vier Jahre später noch einmal hatte Seine Majestät die Nachbarstadt Krefeld besucht und der Überschwang der Freude mag auch bis zu uns gedrungen sein. 1910 taucht der Name jedenfalls erstmalig im St. Töniser Adressbuch auf. Natürlich gab es die Straße bzw. den Platz schon vorher. Schließlich entstand schon 1874 hier die Oel- und Mehldampfmühle von Heinrich Mertens. Auf einem alten Briefkopf der Firma steht interessanterweise als Adresse "St.Tönis - Station der Crefelder Eisenbahn".
Womit wir bei einem wichtigen Aspekt angekommen sind: Der Wilhelmplatz als Verkehrsknotenpunkt von St.Tönis. Ab 1870 war St.Tönis an das Schienennetz der Crefelder Eisenbahngesellschaft angeschlossen und der "Schluff" hielt am neuen Bahnhofsgebäude zwischen Wilhelmplatz/Mühlenstraße und Benrader Straße. Auch ein Güterbahnhof befand sich parallel zum Wilhelmplatz/Bahnstraße. Ab 1957 wurde die Endhaltestelle der Straßenbahn (Linie 1 nach Krefeld)  zum Wilhelmplatz verlegt und auch die Omnibusse der Krefelder Verkehrsbetriebe machen seitdem hier Station.   
Der Schluff fährt heute nur noch zu nostalgischen Vergnügungsfahrten. Straßenbahnen und Omnibusse halten nach wie vor den Anschluss an die Nachbarorte.
Die Mertensmühle hat einen Großbrand im Jahre 1957 nicht überlebt. Seit 1962 steht an ihrer Stelle ein vier- bzw. siebengeschossiges Hochhaus.
1989 schließlich wurde der Platz nach einer größeren Umgestaltung feierlich den Bürgern und dem öffentlichen Nahverkehr übergeben. 

wo?
Zwischen Bahnstraße und Mühlenstraße; außerdem Zufahrt von der Rue de Sees und Abfahrt über die Kurze Straße
Str. Gem.:
Straßengemeinschaft "Drei Mühlen", gegründet 1932
wann?
genaues Datum unbekannt; erste uns zur Zeit bekannte Erwähnung im Adressbuch von 1910;
Unterbrechung von 1939-1945 "Hermann-Göring-Platz"
Länge: 254 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 75, Martin Reuters / Nr. 122 / Adressbuch von 1910


Es lässt sich nicht genau ermitteln, wann die parallel vor dem Krankenhaus verlaufende Straße den Namen Wilhelmstraße erhielt und welchem "Wilhelm" sie gewidmet war. Sicher ist aber, dass sie bereits im Adressbuch von 1898 genannt wird. Von der Wilhelmstraße aus gab es einen Zugang zur sog. "Keuerei", einem Wohnviertel, das nicht unbedingt im besten Ruf stand. Ein Spottvers aus dem 19. Jahrhundert lautete vielsagend: "Hei, hei, hei! Op de Keuerei. Wo die Wanzen exerzieren und die Flöhe kommandieren. Hei, hei, hei! Op die Keuerei".
1971 wurde die Wilhelmstraße in Kolpingstraße umgetauft.    

wo?
heutige Kolpingstraße
wann?
von ???? bis 1971
Quellen:
Heimatbrief Nr. 5/6, Albert Merkelbach / Adressbuch 1898      


Am Anfang der Hochstraße befand sich zu Zeiten der Ortsbefestigung (1607-1781) das Obertor. Wer den Ort durch dieses Tor verließ, machte sich wahrscheinlich auf den Weg nach Krefeld oder eben nach Willich. Diese Straße benutzte auch der reitende Postbote und später die Postkutsche auf dem Weg von Kleve über Kempen nach Neuß und weiter nach Köln. Es ist kein Zufall, dass die Verlängerung der Willicher Straße heute "Nüss Drenk" - "Neusser Tränke" heißt. Näheres siehe dort.  

wo?
Fortsetzung der Hochstraße ab Einmündung Krefelder Straße in Richtung Willich
Str. Gem.:
Straßengemeinschaft Willicher Straße, ggr. 1926
wann?
genaues Datum unbekannt; erste Erwähnung im Adressbuch von 1898 als Willicherweg, ab 1900 Willicher Straße
Länge: 1.120 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 129, Adam Zboralski / Adressbücher 1898 und 1900


In der St. Töniser Ortschronik erinnern wir uns der Familie Wirichs, nach der zwei Straßenschilder benannt wurden.
Einzelheiten siehe unter "Wirichs-Poort"

wo?
Gasse zwischen Ringstraße/Alter Graben und Rathausplatz/Hochstraße
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von Paul Wirichs und seinen Söhnen
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher


In der St. Töniser Ortschronik erinnern wir uns der Familie Wirichs, nach der zwei Straßenschilder benannt wurden. Siehe auch "Wirichs-Jätzke"
Im St. Töniser Heimatbrief Nr. 92 vom Dezember 1977 schrieb Otto Merkelbach seine "Erinnerungen an Saal und Kino Wirichs". Anlaß waren der Abbruch des 127 Jahre alten Saalbaus und des daneben liegenden Kinos, die 1939 erbaute "Lichtburg". Im Rahmen der Ortskernsanierung wurden diese Gebäude ein Opfer der fortschrittlichen Zeit.
Für viele Bürger und Vereine bedeutete der Saal Wirichs ein Stück Heimat, eine liebgewordene Stätte mit unvergesslichen Erinnerungen. Es dürfte keinen älteren Verein in St. Tönis geben, der hier nicht mal im Laufe der Zeit sein Fest abgehalten hat. Wohl jeder ältere St. Töniser hat im Saal Wirichs mal ein Fest erlebt; dort mal getanzt, gesungen, geschunkelt, getrunken, gelacht. Mancher Mann fand hier seine Lebensgefährtin und manches Mädchen wurde hier von ihrem Zukünftigen zum ersten Mal geküsst.
Paul Wirichs war der letzte Besitzer des Saales. Im Jahre 1850 ließ Peter Wilhelm Wirichs den Saal bauen. 5 Jahre später wurde das Haus gebaut,  in dem sich heute die Gaststätte befindet. 1870 wurde neben dem Saal eine Brauerei gebaut, die 1919 wieder abgebrochen wurde. Der Saal diente auch viele Jahre als Filmsaal, bis Peter Friedrich Wilhelm Wirichs im Jahre 1939 an der Stelle, wo einst das Brauereigebäude stand, das erste moderne Filmtheater "Lichtburg" erbauen ließ.
Nach dem Tode von Wilhelm Wirichs sen. widmete sich sein Sohn Wilhelm Wirichs jr. - der nach dem Erwerb der Gaststätte Schützenhof (Jakob und später Fritz von Bonn), Markt 4, ein zweites modernes Lichtspielhaus dort bauen ließ - den Kinos, wogegen sein Bruder Paul Wirichs den Gaststättenbetrieb mit dem großen Saal leitete.

wo?
Tordurchgang an der Hochstraße/Rathausplatz, Eingang zu "Wirichs-Jätzke". In der Mitte über dem Torbogen angebracht.
wann?
1996 im Rahmen einer Aktion des St.Töniser Heimatbundes zur Benennung namenloser Straßen, Gassen und Tore
Straßenschild gespendet von Maria Wirichs
Quellen:
Heimatbrief Nr. 136, Rolf Schumacher



Auf einem Notgeldschein, der 1920 von der Gemeinde mit dem Wert von 50 Pfennigen herausgegeben wurde, heißt es so schön: "Einst sting jonz Zent Tuenes voller Täukes - Fließige Wäver drop möt opjerollde Mäukes - Mäckde Sammert, Posement on Schaale - Lete sech en Jold on Dahlersch utbetale."
Die "Fortsetzung" auf dem 75-Pfennig-Schein klingt da schon weniger zufrieden: "Jetzt wörd üeverall tietgemäß - bluos mechanisch noch gewävt - Tietgemäß ös ooch de Luon dovür - Betalt wörd bluß noch möt Papier". An beide Arten der Weberei erinnern heute Straßennamen in St.Tönis.
Neben der "Weberstraße" - die an die Zeit der Handwebereien denken lässt - gibt es sogar eine kleine Siedlung, die ihren Namen "Zur alten Weberei" der 1904 gegründeten MechanischenWeberei von Gustav Königsberger mit rund 500 Arbeitsplätzen verdankt.
1959 eröffnete Heinz Holtschneider hier das Super Magazin, das später auf das Gelände des zugeschütteten Tacksees umzog und aus dem über die Jahre zuerst ein Allkauf-Markt, dann Massa und zuletzt Real entstanden.  


wo?
Im Westend von St.Tönis; Straßenrechteck vom Westring aus befahrbar, Fußweg zur Rossstraße
wann?
ca. 1995  - Beginn der Baulandvorbereitung 1994
Länge: 697 m   *1
Quellen:
Heimatbrief Nr. 21 und 100, Otto Merkelbach / Nr. 151 (Ansichtssache), Werner Lessenich, Westdeutsche Zeitung vom 27.9.1994



Erläuterungen

*1: 
Die Angaben über die Längen der Straßen stellte uns freundlicherweise das Tiefbauamt der Stadt Tönisvorst zur Verfügung 

Insgesamt sind nach dieser Statistik die Straßen in Tönisvorst 246,4 km lang.
In St.Tönis wurden davon 133,7 km gemessen.


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