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Die sieben Fußfälle in St.Tönis
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  Auszugsweise aus Heimatbrief Nr. 167
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Text: Heinrich-Josef Thelen / Fotos: Werner Lessenich
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Josef Ramisch schrieb 1958 im St. Töniser Heimatbrief Nr. 18: Die ganz Alten wissen noch aus ihrer Jugendzeit, dass am Palmsonntag nachmittags nach der Vesper eine Prozession über den alten Postweg (heute Willicher Straße) zog. Sie nahm ihren Weg an sieben Heiligenhäuschen vorbei. ... Lange lagen, nachdem diese Prozessionen um 1900 aufhörten, die Kapellen verlassen und verödet, teilweise zerstört. Es ist das Verdienst des Pfarrers Sanders, dass sie unter seiner Amtstätigkeit (1921-1936) wieder in Ordnung gebracht wurden.
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Mitte des 20. Jahrhunderts wiederholte sich dieser Geschehensablauf. In den 1970er Jahren kümmerte sich die Kolpingsfamilie in mühevoller Kleinarbeit um die Restauration. Berhard Köffers in der Festschrift zum 125-jährigen der Kolpingsfamilie: Unsere ehemaligen Pfarrer Peter Harperscheidt und später Benno Chrubasik ließen die alte Tradition wieder aufleben, indem sie am Gründonnerstag zu nächtlicher Stunde die sieben Fußfälle betend mit den Gläubigen der Pfarrgemeinde St. Cornelius abschritten.
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Diese Tradition wird bis heute immer am Gründonnerstag-Abend fortgesetzt.
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1. Station

Jesus betet am Ölberg

ursprünglicher Standort:
Willicher Straße Ecke Bahnstraße

Wurde beim Ausbaus der
Willicher Straße zusammen mit
den Stationen 2 und 3 versetzt.
Steht heute Willicher Straße
gegenüber Haus Nr. 39



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2. Station

Jesus wird von Pilatus
zum Tode verurteilt

Erbaut 1930 am Feldrand
Willicher Straße

vor Haus Nr. 36

Wurde bei der Verbreiterung der
Straße fünf Meter zurückgesetzt.

Steht heute Willicher Straße Ecke Corneliusweg



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3. Station

Jesus wird verspottet
("Ecce homo")


Erbaut 1930 an der Ecke
Willicher Straße / Corneliusweg


Wurde später versetzt
zum heutigen Standort
in der Mitte
des Corneliuswegs


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4. Station

Jesus fällt unter dem Kreuz

Das Baujahr ist nicht
genau bekannt
Diese Station ist die einzige
in der ursprünglichen Form
am ursprünglichen Standort

Steht an der Ecke
Corneliusweg / Corneliusstraße




5. Station

Jesus stirbt am Kreuz

Ursprüngliches Baujahr
unbekannt.
Früherer Standort:
Südwest-Ecke der Kreuzung Cornelius-/Viersener Straße
Wurde 1966 durch einen LKW
schwer beschädigt und 1969
gegenüber an der Nordwest-Ecke
der gleichen Kreuzung
neu errichtet




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6. Station

Jesus wird in den Schoß
seiner Mutter gelegt
("Pieta")

Wurde 1927 erbaut an der Ecke Vorster Straße / Corneliusstraße

Inschrift:
"Groß wie das Meer ist
dein Schmerz"
(Jeremias)



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7. Station

Jesus wird ins Grab gelegt

Ursprünglicher Standort war
die Ecke der Kreuzung
Schelthofer Straße / Westring

Wurde im Zuge umfangreicher Kanalarbeiten 1979 abgebrochen
und 1981 etwa 15 Meter zurück
in der Grünanalage
neu errichtet.