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         Ansichtssache

Kaiserliches Postamt
an der Bahnstraße


Folge 28 - Heimatbrief 157 - Juni 2007

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Dass es von einem so stattlichen Gebäude wie der alten Post an der Bahnstraße nur eine einzige (eigentlich nur „halbe“) Ansichtskarte gibt, ist kaum zu glauben. Aber alle Bemühungen, noch eine andere Karte zu finden, waren bisher erfolglos. So müssen wir also zufrieden sein mit dem von der „Rheinischen Kunst-Anstalt I.H.Bahners, St.Tönis“ herausgegeben Exemplar, das uns das „Kaiserliche Postamt“ vermutlich kurz nach seinem Bezug 1911 zeigt.

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Konzentrieren wir uns im Folgenden also auf die untere Hälfte der Doppelansicht.

Als die Karte am 14.8.1914 per Feldpost nach Berlin ging, war es nur noch eine Frage der Zeit bis es mit dem „Kaiserlichen“ vorbei war, was dem Amt aber weiter nicht geschadet hat. Insgesamt 50 Jahre wurden hier die Postgeschäfte für St.Tönis abgewickelt.

Der imposante Bau wurde quasi auf der grünen Wiese, in einem Gartengelände errichtet. Mit dem Krefelder Architekten Adolf Stromenger wurde vereinbart, „ganz besonderen Wert auf die Hauptfronten zu legen“ und „durch einen ruhigen, soliden, ländlichen Eindruck dem Heimatschutz und den Idealen der alten guten Bauweise zu entsprechen“, was ihm offensichtlich gelungen ist.

Das Postaufkommen stieg in den 1950er Jahren gewaltig an, und so entschloss man sich zum Neubau an der Ludwig-Jahn-Straße, der 1961 in Betrieb genommen wurde.  

Zufällig suchte die Gemeinde zur gleichen Zeit einen Nachfolger für das aus allen Nähten platzende und marode gewordene alte Rathaus. Ein Gartengrundstück neben der alten Post schien für einen Neubau geeignet, und Gemeindeoberbauamtmann Fritz Adams trat in Aktion.

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Er bezog die alte Post in seine Pläne mit ein. Keine Angst, es war kein Schildbürgerstreich, als er bei Umbau die Eingangstür verschwinden ließ, ermöglicht doch eine Glaspassage den Beamten die bequeme Verbindung zwischen Alt- und Neubau. Seit 1964 im Dienst - inzwischen „nur“ noch Verwaltungssitz - ist es auch in diesem Ensemble zu eng geworden. In jüngsten, aus finanziellen Gründen zurückgestellten Erweiterungsplänen (s. Modell aus dem Jahr 2000 unten), ist das alte Gebäude weiter integriert, was umso erfreulicher ist, als man es in der Denkmalliste der Stadt vergeblich sucht.

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