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         Ansichtssache

Kempener/Gelderner Straße
von der Schulstraße aus


Folge 26 - Heimatbrief 155 - Juni 2006

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Schnurgerade lenken die Häuserfronten rechts und links den Blick ins Unendliche. So wirkt die rund 100 Jahre alte Ansicht der Kempenerstraße, deren Name (vor wer weiß wie vielen Rechtschreibreformen) übrigens von Verleger Pauen durchaus richtig in einem Wort geschrieben ist. Unser Standort ist am Beginn der Straße, direkt nach der Einmündung der Schulstraße. Im Eckhaus befand sich schon damals eine Gaststätte. „Restauration Zur Post von Johann Schramm“ stand in großen Lettern an der Fassade. Aus einem Inserat in einer Turnerschaft-Festschrift (1921) erfahren wir, dass Schramm hier nicht nur ein Lokal mit „anerkannt guter Küche“ sondern auch eine Konditorei betrieb. Nach ihm heißt die Ecke „Schramms Tömp".

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Ab 1928 führte Wilhelm Telders bis in die 60er Jahre das Lokal, gefolgt von verschiedenen Spezialitätenrestaurants. Nebenan (Nr. 3) lassen Schild und Schaufenster ein Geschäft vermuten. Näheres wissen wir leider nicht. Carl Ferlings, der dort 1920 die Antonius-Drogerie eröffnete, hätte uns sicher mehr verraten können. Sein Geschäft – heute in dritter Generation im Familienbesitz - ist erst auf der jüngeren Karte zu sehen.
Links vorne, im Haus Nr. 2, war ab 1920 die Schmiede Hox und rund 20 Jahre später das Haushaltswarengeschäft von Installateur Poppen. Die als schmale Gasse links vom Haus zur Hospitalstraße führende Ringstraße wurde 1982 zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsführung verbreitert. Es entstand die Niedertorstraße; Haus Nr. 2 musste weichen.

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Geschichtsträchtig ist das Haus Nr. 4 von Postsekretär Franz Winkes. Von 1846 bis 1911 war hier das Kaiserliche Postamt. Mit Handkarren - zwei parken gerade vor dem Haus - versorgten die Briefträger den Ort. Uns ist das Haus auf der zweiten Karte als das von Tierarzt Dr. Peltzer und sein vor der Tür geparkter Citroen vertrauter. Die Bäckerei im Nachbarhaus (Nr. 6) wurde 1919 von Wilhelm Bölte gegründet und inzwischen Enkel Josef-Wilhelm übergeben. Und von einer weiteren Reform ist zu berichten: durch die kommunale Neugliederung  hatte die Straße eine „Doppelgängerin“ in Vorst und wurde in „Gelderner Straße“ umgetauft.

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