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Ansichtssache
Krefelder Straße
mit Blick zur Hochstraße


Folge 25 - Heimatbrief 154 - Dezember 2005

Darf ich vorstellen: So sah vor rund 100 Jahren ein Verkehrsknotenpunkt erster Ordnung aus. Die "Haupthaltestelle der elektrischen Bahn" wie es so schön amtlich auf der ersten Postkarte heißt, präsentiert sich in unserem sonst eher beschaulichen St.Tönis inklusive einsatzbereitem Fahrzeug und dazugehörigem, sicherlich nicht minder einsatzbereitem Personal. Von letzterem dürfen wir ganz sicher ausgehen, auch wenn gemunkelt wird, dass die Pause zwischen zwei Touren hin und wieder für einen Besuch im Lokal Heusen - natürlich für eine "Blümchen"-Limo - genutzt wurde. 

Vom Heusen-Haus, dem ältesten Anwesen an der Krefelder Straße, ist vorne links gerade noch ein Stück zu sehen, während das Nachbarhaus (ab 1934 Metzgerei Corten, danach Wenders, heute Bären-Apotheke) gut zu sehen - und, weil fast unverändert - auch gut zu erkennen ist. Ein weiteres, in den wesentlichen Charakterzügen unverändertes Haus, dominiert den Mittelpunkt des Bildes. Hier war damals die Gaststätte Hagen und wenn man dieses prächtige Haus betrachtet, wird einem klar, warum der Besitzer es nicht für eine Straßenbahnlinien  - Verlängerung nach Grefrath opfern wollte. Der ortsansässigen Pauen'schen Buchhandlung verdanken wir hiermit ein weiteres Mal einen interessanten Blick in die schwarz / weiße Vergangenheit.

Rund 30 Jahre später erschien im J.Krapohl-Verlag eine Postkarte mit gleicher Blickrichtung. Der Triebwagen nach "Hohenbudberg" ist mindestens eine Generation jünger. Besonderen Erinnerungswert verleiht beiden Karten das Haus mit dem romantischen Türmchen. Es wurde 1973 abgerissen, um den Verkehr von der als Fußgängerzone geplanten Hochstraße in die Ringstraße umleiten zu können. Heute gibt es gottseidank immer noch das Hagen-Haus und vorne rechts am Sparkassenbau (gewollt oder unbewusst?) so etwas wie einen gläsernen Ersatz für das alte, verträumte Ecktürmchen... ...



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