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Hochstraße Ecke Rathausplatz


Folge 24 - Heimatbrief 153 - Juni 2005

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„Ringela, Ringela, Rose ...“ - man kann sie förmlich hören, die hellen Kinderstimmen, so greifbar ist die Atmosphäre auf dem rund 100 Jahre alten Foto der ersten Ansichtskarte. Mit ihren weißen Schürzen bilden die Mädchen einen unschuldigen Kontrast zu den in schwarz gekleideten Jungs, die sich betont gelassen - heute würde man sagen „cool“ - in Positur stellen. Die Karte mit dem typischen unbedruckten (Greif?-)Rand ist eine von mindestens dreien, die wir der Co-Produktion des Fotografen Lambert Beckmann, Crefeld mit der Pauen’schen Buchhandlung vom St.Töniser Kirchplatz verdanken (vgl. Folge 1 und 3 dieser Serie).  

Wir befinden uns mitten auf der Hochstraße in Höhe des Rathausplatzes, der allerdings zum Zeitpunkt der Aufnahme, noch „Kleiner Markt“ hieß. Erst im Adressbuch von 1910 taucht der Name „Rathausplatz“ auf. Am linken Bildrand erkennen wir das Gebäude, in dem seit fast 150 Jahren (2007) das „Restaurant Wirichs“ Stammlokal vieler Bürger und Vereine ist.
Kaum einer weiß noch, dass man das Eckhaus gegenüber früher einmal „Hoppmanns Tömp“ nannte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte hier Fritz Wolber eine Schlosserei und Eisenhandlung, die er - das wissen wir aus einer Anzeige im „St.Töniser Geschäftanzeiger“ - 1928 an Joh. Hendricks übertrug.          

Der J.Krapohl-Verlag präsentiert die gleiche Ecke rund 30 Jahre später. „Adolf Hitler-Platz“ lesen wir auf dem Straßenschild. Später war dort die Leihbücherei von Henriette Rotthoff (geb. Wolber) wo Mann / Frau / Kind spannende Unterhaltung bei 5-Freunde-Büchern, Liebes- oder Wildwest-Roman fand. 1976 wurde der Komplex Rathausplatz / Hoch- / Kirchstraße der Ortskernsanierung „geopfert“; 1977 eröffnete die Volksbank dort ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. Spannende Lektüre gibt’s hier heute vielleicht noch auf dem Kontoauszug ...




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