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Ansichtssache...

Heiligenhäuschen an der Willicher Straße


Folge 19 Heimatbrief 147 Mai 2002

Als im März 1958 der 18. Heimatbrief erschien, schmückte das Foto des Heiligenhäuschens an der Willicher Straße das Titelbild. Die seitdem verflossenen Jahre machen nachdenklich, nicht nur wegen der seinerzeit noch im jugendlichen Saft stehenden Pappeln sondern insbesondere, wenn sich der damalige Heimatbundvorsitzende Josef Ramisch im zugehörigen Artikel auf die "ganz Alten" beruft, die noch "aus ihrer Jugendzeit wissen, dass am Palmsonntag nach der Vesper eine Prozession über den Postweg (heute Willicher Straße) zog. Sie nahm ihren Weg an sieben Heiligenhäuschen vorbei".

Die Rede ist von den Sieben Fußfällen. Nachdem die Prozessionen um 1900 herum aufhörten "ist es das Verdienst von Max Sanders" (1921-36 St.Töniser Pfarrer), dass die teilweise verfallenen Stationen wieder in Ordnung gebracht wurden und dass "jedes Jahr nach dem feierlichen Hochamt gelegentlich der Herbstkirmes dieser Prozessionsweg noch einmal betend gegangen wurde".

Die Parallele in unsere Zeit ist unverkennbar: Berni Köffers berichtet in der Festschrift zum 125jährigen Jubiläum der Kolpingfamilie St.Tönis (die sich übrigens als Paten sehr rege um die Stationen kümmern) dass Benno Chrubasik (1977-89 Pfarrer in St.Tönis) die alte Tradition wieder aufleben ließ und jeweils Gründonnerstag zu nächtlicher Stunde mit Gläubigen seiner Pfarre die Stationen betend abschritt eine Sitte die bis heute Bestand hat.

Zu den Karten: Die erste, eine schwarz/weiß-Aufnahme, dürfte um 1960 entstanden sein. Die Pappelallee existiert höchstens in der Planung und der Blick geht ungestört an den schnurgeraden Ackerpflanzen vorbei Richtung Ortsmitte. Die Farbaufnahme der zweiten Karte lässt wegen der leicht veränderter Perspektive trotz inzwischen erfolgter Bebauung den Blick auf die Kirche zu. Auf dem aktuellen Foto schließlich ist links ein Stück des Baugebietes "Corneliusweg" zu erkennen, wo zwischen Willicher Straße, Südring und Corneliusstraße in den vergangenen Monaten rund 60 Wohnhäuser entstanden.


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