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Ansichtssache...

Drei "Gruß aus"-Karten
aus dem 19. Jahrhundert


Folge 15 - Heimatbrief Nr. 143 - Mai 2000

In dieser Folge möchte ich noch einmal von den üblichen Regeln dieser Serie abweichen: Die abgebildeten Karten zeigen nicht immer das gleiche Motiv und es gibt - wegen der für diese Zwecke ungünstigen Motivmischungen - keine Gegenüberstellung mit dem heutigen Zustand.

 

Dafür haben wir aber die Chance, drei besonders schöne und alte Exemplare aus unserem Ansichtskartenarchiv hervorzukramen. Wenn auch die dritte Karte mit einem Poststempel von 1902 auf die Reise ging, können wir getrost unterstellen, dass alle drei Exemplare nun schon den 2. Jahrhundertwechsel erlebt haben. Das Auflagedatum vor 1905 ist der Grund dafür, dass der Platz für den Brieftext wegen der bis dahin geltenden Postvorschrift - wie schon in früheren Folgen erläutert - auf der Bildseite reserviert war. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der vorgedruckte Text "Gruß aus St.Tönis", dem Karten diesen Typs in Sammlerkreisen auch die Bezeichnung "Gruß aus ..."-Karten verdanken. Alle drei Karten sind koloriert und reich verziert.
Die erste Karte, aus dem Verlag Josef Pauen, St.Tönis, zeigt in eindrucksvoller Weise die St.Töniser Silhouette um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Besonders auffällig ist die Pfarrkirche St.Cornelius vor dem Ausbau von Turm und Mittelschiff. Insgesamt vermitteln die rauchenden Schlote einen eher industriellen Eindruck, was damals anders als heute wohl eher positiv und mit Stolz gewertet wurde.

Auch die zweite Karte wurde von Josef Pauen verlegt. Die künstlerische Gestaltung mit dem Kirchplatz als malerischen Blickfang lag laut Aufdruck in den Händen der Wiesbadener Firma Rud. Bechthold & Cie. Karte Nummer drei schließlich stammt vom Verlag Hugo Küppers. Neben Bahnhof und Kirche gewährt sie uns einen Blick in die Hochstraße, wo wir im Hintergrund den Krahwinkel-Komplex erkennen. Vorne links freilich hat der Verlag die günstige Gelegenheit genutzt und sich selbst verewigt.


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