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Marktstraße

Folge 12 - Heimatbrief Nr. 140 - November 1998
Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt erschienen die beiden Postkarten, die ich Ihnen in dieser Folge vorstellen möchte. Auf der Rückseite der ersten Karte verrät uns der Verleger (Reinicke & Rubin, Magdeburg) das Auflagedatum 1908. Die colorierte Karte erlaubt einen fast totalen Überblick über die Markstraße, die in Adreßbüchern bis zum Jahre 1900 noch Markstoll- bzw. Markstallstraße hieß. Sie gehört zweifellos zu den ältesten Straßen im Herzen von St.Tönis.
Vieles läßt sich über die Häuser und deren Bewohner um die Jahrhundertwende erzählen und das hat Otto Merkelbach in einem Artikel im Heimatbrief Nr. 102 auch getan. An dieser Stelle möchte ich mich auf den Vergleich zur heutigen Situation beschränken.
Da wäre zum einen die Einmündung der Hospitalstraße zu erwähnen, die 1908 noch bis auf einen schmalen Durchgang geschlossen war. Die bessere Erreichbarkeit des 1911 gebauten Krankenhauses war der Grund für den Abriß der Häuser Nr. 31 und 33. Bis auf wenige Ausnahmen und kleinere Umbauten sind die meisten Gebäude in dieser Straße sehr gut wiederzuerkennen. Sogar die Straßenlaternen sind ihren Vorfahren sehr originalgetreu nachempfunden, auch wenn heute natürlich niemand mehr jeden Abend persönlich für ihr Aufleuchten sorgen muß. "Latäerepitt hätt Klompen aan, kawuppdich jeht das Lämpke aan" - dieser Spruch gehört längst der Vergangenheit an.
Die zweite Karte ist im Jahr 1914 abgestempelt. Der Fotograf, der hier den Abschnitt von Haus Nr. 5 bis 21 für die Nachwelt festhielt, hatte dabei offensichtlich sehr interessierte Zuschauer. (Ist Ihnen, lieber Leser, zufällig einer davon bekannt?). Ganz rechts am Bildrand erkennen wir, daß vor dem Haus Nr. 5 eine Pumpe stand. Auch das heutige Domizil des Heimatbundes (Nr. 9) ist vertreten. Unübersehbar schließlich der Pferdekopf am Haus Nr. 19: war das nicht eine tolle Reklame, mit der Franz Steckelbruck für seine Sattlerei warb?

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