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Ansichtssache...
Kath. Pfarrkirche St. Cornelius

Folge 10 - Heimatbrief Nr. 138 - November 1997
Genau 82 mal ist das markanteste Bauwerk von St.Tönis - die katholische Pfarrkirche Sankt Cornelius - auf den Ansichtskarten in unserem Archiv zu finden. Manchmal bescheiden im Hintergrund, einige Male auf Luftbildern, fast immer auf den mehrteiligen Postkarten und natürlich auch in der Totalen war sie immer wieder beliebtes Motiv der Fotografen in allen Zeiten.

Die hier als erste abgebildete Karte unterscheidet sich allerdings ganz erheblich von den übrigen, denn - Sie haben es natürlich sofort erkannt - so hat die Pfarrkirche nie ausgesehen, auch nicht zu der Zeit, als die Karte im Verlag von Josef Pauen (Kirchplatz) aufgelegt wurde. Daran ändert auch die Überschrift "Gruss aus St.Tönis" nichts. Des Rätsels Lösung liegt wie so oft im Kleingedruckten: unter der Zeichnung, die übrigens coloriert erschienen ist, lesen wir nämlich "projectirte Pfarrkirche". Der Turm, der uns hier mit Recht so fremd vorkommt, war in der Tat 1901 in dieser Form von Baumeister Heinrich Renard aus Köln als Alternative so geplant worden. Vielleicht war Josef Pauen mit der Herausgabe der Karte etwas zu voreilig, oder ihm gefiel dieser Vorschlag besser, wir wissen es nicht. Unübersehbar ist jedenfalls für jeden von uns, daß man sich damals für den anderen Plan entschied, der die Aufstockung des Turmes vorsah.
Die zweite Karte zeigt uns den Turm in seiner ganzen wehrhaften Wuchtigkeit und Stärke. "Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land", dieses schöne alte Kirchenlied kann einem in den Sinn kommen, wenn man den Turm schon von weitem aus der Silhouette von St.Tönis herausragen sieht. Das vom Kirchenfeld aus aufgenommene Foto ist um 1960 gemacht worden, denn die 1962 gebauten Kaplaneien (der St.Töniser Vatikan, wie man im Volksmund sagt) sind noch nicht zu sehen.

Die Bäume im Vordergrund sind inzwischen so groß geworden, daß das im Herbst diesen Jahres entstandene Vergleichsfoto nur mit Hilfe des Feuerwehrleiterwagens möglich war.


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